Kreml: Kein Gift im Blut von Nawalny bis zum Abflug nach Berlin

Kreml: Kein Gift im Blut von Nawalny bis zum Abflug nach Berlin
 
Russland ist bereit, vollumfänglich mit Deutschland, zur weiteren Klärung des Falles des Patienten Nawalny, zusammenzuarbeiten. Dies erklärte Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten.
 
 
Peskow wiederholte nochmals die bereits bekannte Tatsache, dass russische Ärzte bis zum Abflug des Patienten Nawalny keinerlei Spuren von Gift in seinem Blut gefunden hatten.
 
Zu Wort meldeten sich auch die Erfinder des Giftes „Nowitschok“ – Leonid Rink und Wladimir Uglew. Sie äußerten Zweifel an der Vergiftung Nawalnys mit Nowitschok.
 
„Ich glaube, dass die Verwendung von Organophosphat-Substanzen aus der chemischen Kriegsführung, also solche wie Sarin, Soman und Novitschok von der Liste der Substanzen ausgeschlossen werden kann, da aufgrund des hohen Verdunstungsdrucks bei Temperaturen über +20 Grad Celsius und der hohen Inhalationstoxizität, nicht nur Nawalny dieses Gift eingeatmet hätte, sondern auch die Menschen, die um ihn herum anwesend waren", - so Uglew gegenüber Interfax.
 
"Die Symptome die Nawalny gezeigt habe, sind nicht typisch für Nowitschok“, - bestätigte der Doktor der chemischen Wissenschaften Leonid Rink in einem Interview mit "RIA Novosti". Ihm zufolge hätte Nawalny Anfälle gehabt. Wäre Nowitschok verwendet worden, wäre Nawalny schon tot, würde sich schon längst auf dem Friedhof befinden und wäre nicht ins Koma gefallen – so der Wissenschaftler.
 
Am Mittwochabend informierten russische Medien, dass das russische Außenministerium der Ansicht ist, dass Deutschland langfristig eine Reihe von Maßnahmen gegen Russland vorbereitet hatte, und nur nach einem Anlass suchte, um diese umzusetzen. Dieser Anlass ist nun mit dem „Vergiftungsfall Nawalny“ gefunden. Das russische Außenministerium sieht sich in seinem Verdacht dadurch bestätigt, dass Deutschland sich mit lautstarken Appellen umgehend an die Mitgliedsländer der Europäischen Union, die Nato und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen gewandt habe und sogar die Medien umgehend mit der Verbreitung der deutschen Stellungnahme begannen.
 
Das russische Außenministerium ist nicht sehr glücklich mit dem durch Deutschland an den Tag gelegten Verhalten, dessen öffentliche Äußerungen. Deutschland zieht die Kommunikation mit der Öffentlichkeit vor, anstelle die Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und medizinischen Einrichtungen zu organisieren.
 
Man erinnert im russischen Außenministerium daran, dass die Anfragen der russischen Generalstaatsanwaltschaft bisher unbeantwortet geblieben sind. Auch auf die Anfragen russischer Ärzte, die den Patienten Nawalny in Russland behandelt hatten, blieb Deutschland eine Antwort schuldig.
 
Moskau erinnert daran, dass es ein bilaterales Abkommen zur Zusammenarbeit auf rechtlichem Gebiet gibt.
 
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa informierte, dass der russische Botschafter in das deutsche Auswärtige Amt einbestellt wurde. Dort wurde er mit den Vorwürfen konfrontiert. Auf seine Frage nach Beweisen für die Anschuldigungen gegen Russland, erhielt er von deutscher Seite keine Antwort.
 
 „Glauben Sie mir, unser Botschafter hat seinen deutschen Kollegen genau die Frage gestellt, die heute viele interessiert: Wo sind die Fakten, wo sind die Formeln, wo sind zumindest einige Daten. Und welche Antwort hat er wohl von seinen deutschen Kollegen erhalten? Keine - keine Fakten, keine Daten, keine Formeln, keine Materialien, keine Zertifikate, nichts, absolut nichts “, so Maria Sacharowa im russischen Fernsehen.
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Kommentare ( 3 )

  • May Tupac

    Veröffentlicht: 3. September 2020 10:45 pm

    Mittlerweile ist die Glaubwürdigkeit der BRD-Regierig gleich null. Besonders der letzte Absatz Ihres Artikels, dieser ist demnach vollkommen glaubwürdig. Danke für Ihren Artikel.

  • Vladimir Rudyh

    Veröffentlicht: 4. September 2020 07:50 pm

    Russische Patienten sollten denken, wenn sie zur Behandlung nach Deutschland gehen, könnten sie auch Kampfgifte in ihrem Blut finden.

  • Mnborken

    Veröffentlicht: 4. September 2020 08:01 pm

    Besonders amüsant finde ich, das kaum jemand den Interessenskonflikt der Bundeswehr in diesem Zusammenhang beleuchtet.

    Als Armee eines den USA treu ergebenen Nato-Mitglieds ist diese Struktur keineswegs neutral. Die gehören zur Seite der Scharfmacher. Man muss wissen, das eine Schwächung der Nato und der Rolle der Bundeswehr in derselben nicht im Interesse unseres Militärs sein kann. Die Bundeswehr allein ist absolut bedeutungslos. das ist Motiv genug, proaktiv dafür zu sorgen, das man das Ganze nicht in Frage stellt. Wie praktisch ist da ein gemeinsamer Feind.

    Da der Durchschnittsdeutsche kaum Russland bereist hat und hier medial sehr einseitig berichtet wird, fällt das auf guten Nährboden.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 4. September 2020 08:18

      ... ja, das viele nicht die russischen Medien lesen können, ist ein eindeutiger Nachteil. Der Deutsche ist somit auf das angewiesen, was deutsche oder englischsprachige Medien verbreiten und das ist nun mal einseitig geprägt.

      Der von Ihnen erwähnte Interessenskonflikt ist interessant - obwohl die Offiziellen einfach erklären, dass es keinen Interessenskonflikt gibt und damit ist die Sache erledigt. Deutschland ist ehrlich, Russland ist böse - so das Stereotyp, was gepflegt wird.

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