Krieg in Europa – es gibt keine positiven Signale

Krieg in Europa – es gibt keine positiven Signale
 
Ein Blick in die russischen und die Kommentare deutscher Medien gibt keinen Anlass zu glauben, dass sich die in der Ukraine angestauten Probleme mit friedlichen Mitteln lösen werden. Angeblich will niemand den Krieg, aber alle bereiten sich darauf vor.
 
 
Russland habe nicht die Absicht, sich in den Donbass-Konflikt einzumischen – erklärte Patruschew, der Sekretär des russischen Sicherheitsrates in einem großen Interview mit der Zeitung „Kommersant“. Allerdings verfolge man die Entwicklung der Ereignisse sehr aufmerksam. Entsteht eine Notwendigkeit, werde Russland rechtzeitig konkrete Maßnahmen einleiten.
 
 
Patruschew schätzt ein, dass die gegenwärtige Situation im Südosten der Ukraine im Zusammenhang mit den innenpolitischen, sich zuspitzenden Problemen im Lande steht. Während die Krise sich im Donbass zuspitzt, setzt die Ukraine den Ausverkauf des Landes fort und viele wertvolle Ressourcen verlassen in ellenlangen Güterzügen das Land, so dass diese für die Entwicklung des Landes fehlen – so Patruschew.
 
Wladimir Dschabarow, erster Stellvertreter des Internationalen Ausschusses des russischen Föderationsrates, der Oberkammer der Staatsduma, kommentierte, dass sich die Ukraine bereits zum Verbrauchsmaterial für die USA degradiert habe. Wenn sich die Lage weiter zuspitze, werden die USA nicht ihre Soldaten und auch nicht ihr Kriegsmaterial opfern. Warum soll man sich mit der Ukraine rumquälen. Sollen sie doch unter die Ketten der Panzer kommen und dann werden wir schon weitersehen - resümiert Dschabarow über mögliche Gedanken der Amerikaner.
 
 
Gegenwärtig heizt man die Situation künstlich an und versucht Russland die Karte des Bösen Buben zuzuschieben. Wenn die Ukraine sich aber entschließt, den Kampf gegen ihren Nachbarn aufzunehmen, so wird dies der letzte Kampf der Ukraine sein. Wir möchten dies auf keinen Fall, versichert der Senator.
 
Am Donnerstagmorgen wurde bekannt, dass sich Vertreter der USA, Großbritanniens, Kanadas, Litauens und Polens getroffen haben, um die wachsenden militärischen Aktivitäten Russlands zu besprechen. Die Vertreter der westlichen Staaten versprachen der Ukraine Hilfe bei der Ausbildung und besseren Nutzung des militärischen Potentials.
 
Wenige Momente später wurde bekannt, dass der polnische Außenminister zu einem Blitzbesuch nach Kiew gereist ist. Grund ist die Gefährdung des Friedens – twittert das polnische Außenministerium.
 
Parallel informieren russische Medien, dass sich der ukrainische Präsident Selenski mit dem Vorsitzenden des Militärkomitees der NATO getroffen hat. Selenski bedankte sich bei der NATO für das ernsthafte Interesse an der Situation im Lande. An dem Treffen nahm auch der ukrainische Verteidigungsminister und der Oberkommandierende der ukrainischen Armee teil.
 
In einem Telefongespräch mit dem NATO-Generalsekretär Stoltenberg am Vortag vertrat Selenski die Meinung, dass nur die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO den Krieg im Osten der Ukraine beenden kann. Auf welcher Grundlage diese Überzeugung der Ukraine beruht, wurde nicht vermittelt.
 
Am Donnerstagvormittag wurde bekannt, dass sich der ukrainische Präsident Selenski in den Donbass begeben habe, um mit den dortigen Soldaten zu sprechen. Er reise als Oberkommandierender der Streitkräfte und will durch seine Anwesenheit den Kampfgeist der Soldaten anheben – so ukrainische Medien.
Reklame

Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 8. April 2021 19:49 pm

    Hier mal ein Text einer Konkretisierung der Aussagen Patruschews durch den stellvertretenden Chef der russischen Präsidialverwaltung Dmitri Kosak vom heutigen Tag auf einer Pressekonferenz;
    "Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag hat der stellvertretende Chef der russischen Präsidialverwaltung Dmitri Kosak erklärt, dass Russland die Donbass-Bewohner schützen wird, wenn sich die Situation zu sehr zuspitzen würde.
    "Alles wird vom Ausmaß des Konflikts abhängen. Wenn man dort ein Srebrenica organisiert, wie unser Präsident sagt, werden wir offenbar gezwungen sein, die Bewohner zu schützen."
    Kosak zufolge befinden sich zurzeit "kampferfahrene Milizen" im Donbass, die die Region selbst verteidigen könnten. Für Moskau bestehe keine Notwendigkeit, sich einzumischen. Alles hänge von der anderen Seite ab, betonte der Beamte. Sollte Kiew seine lang angedeutete Offensive tatsächlich starten, werde es "der Anfang vom Ende der Ukraine sein", so Kosak.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. April 2021 20:18

      ... in meinem letzten Beitrag am heutigen Tag habe ich D. Kosak zu dieser Thematik ausführlich zitiert.

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung