Omsker Mediziner wenden sich an die Weltöffentlichkeit

Omsker Mediziner wenden sich an die Weltöffentlichkeit
 
Omsker Ärzte haben sich mit einem Offenen Brief an die Weltöffentlichkeit gewandt. Er ist eine Antwort auf die Kritik aus dem westlichen Ausland zur Behandlung des Patienten Nawalny in einer Omsker Klinik.
 
 
Eine regionale Informationsplattform veröffentlichte einen Offenen Brief von Omsker Medizinern, in dem sich diese gegen die gegenwärtige Informationspolitik und die Anschuldigungen an die Adresse der behandelnden russischen Ärzte zur Wehr setzen.
 
Die Unterzeichner des Offenen Briefes konstatieren, dass ein derartiges Verhalten gegen die, die um das Leben eines Patienten erfolgreich kämpften, einfach unakzeptabel ist. Die jetzt veröffentlichte Diagnose ist eine „politische Diagnose.“
 
Der Offene Brief trägt keine Unterschrift von Mitarbeitern des behandelnden Krankenhauses in Omsk. Unterzeichnet wurde der Brief u.a. vom Vorsitzenden der Gewerkschaft für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, vom Rektor der Omsker Universität, vom Verdienten Arzt des Volkes Murat Adyrbajew, von leitenden Ärzten anderer medizinischer Einrichtungen.
 
„In letzter Zeit ist es fast zur Regel geworden, den Zustand der Gesundheitsversorgung zu kritisieren. Wir sind uns bewusst, dass manchmal negative Kommentare angemessen und konstruktiv sind. Die harte Reaktion der liberalen Öffentlichkeit auf die Aktionen der Omsker Ärzte zur Rettung von Alexei Navalny geht jedoch über alle Grenzen der Ethik und des gesunden Menschenverstandes hinaus “, heißt es in dem Brief.
 
Die Autoren des Offenen Briefes fügen hinzu, dass die Omsker Ärzte zwei Tage lang um das Leben von Alexei Navalny gekämpft haben und dank ihrer Bemühungen, sowie der modernen Ausstattung des Krankenhauses, der Patient überlebt hat.
 
„Innerhalb von 16 Minuten nach Erhalt des Signals vom Flugzeug kam der Krankenwagen am Flughafen an. 17 Minuten später wurde er in das medizinische Zentrum des Notfallkrankenhauses Nr. 1 in der Stadt Omsk gebracht. 44 Stunden kämpften Ärzte um sein Leben. Dies ist eine Tatsache, die nicht geleugnet werden kann“ - so die Autoren des Briefes.
 
„Wir sehen auch, dass die Anhänger von Alexei Navalny auf jede nur erdenkliche Weise versuchen, diejenigen zu verunglimpfen, die ihm das Leben gerettet haben. Menschen ohne medizinische Ausbildung stellen Diagnosen, sprechen über Behandlung, manipulieren Informationen. Gleichzeitig war keiner von ihnen Zeuge seines Zustands und niemand von den Kritikern ist mit dem notwendigen professionellen Wissen vertraut, das für Analysen und Untersuchungen benötigt wird“, - heißt es in dem Brief weiter.
 
Nach Meinung der Autoren des Offenen Briefes, werden die Ärzte, die den Oppositionellen behandelt haben, nun in den politischen Prozess einbezogen.
 
"Tatsächlich sind wir mit dem Phänomen einer politischen Diagnose konfrontiert, die nichts mit Medizin zu tun hat ... Ein echter Arzt steht immer außerhalb der Politik", schließen die Autoren des Briefes.
 
Im Verlaufe des Mittwochs wurde bekannt, dass die Omsker behandelnden Ärzte sich an die Charitè in Berlin mit der Bitte gewandt haben, alle Untersuchungsergebnisse zu erhalten, die beweisen, dass der Patient Nawalny vergiftet worden ist. Der Chefarzt des Omsker Krankenhauses erinnerte nochmals daran, dass der Erstverdacht der Omsker Mediziner darin bestand, dass Nawalny vergiftet worden ist. Die weiteren Untersuchungen haben aber diesen Verdacht nicht bestätigt.
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