Putin wendet sich mit Optimismus und ökonomischen Schlussfolgerungen an die Nation

Putin wendet sich mit Optimismus und ökonomischen Schlussfolgerungen an die Nation
 
Erst im Laufe des Dienstags wurde bekannt, dass der russische Präsident sich wiederum in einer Fernsehansprache an die Nation wenden möchte. Mit der üblichen Verspätung begann dann eine umfangreiche optimistische Ansprache.
 
 
Die Ansprache war die längste all der Ansprachen, die der russische Präsident seit Beginn der Corona-Krise gehalten hat – fast eine Stunde. Wer sich für das gesellschaftliche Leben in Russland interessiert, wird diese Zeit nicht als Strapaze empfunden haben. Die Ansprache des Präsidenten beinhaltete einerseits die Dankbarkeit für das Verhalten der Bürger des Landes in der Krise und den hohen Einsatz der Mediziner und Sozialarbeiter und andererseits weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Bürger, Familien und Unternehmen. Wieder einmal greift der Staat tief in seine Taschen, um die gegenwärtige Krise mit möglichst geringen langfristigen Schäden zu überleben.
 
Während seiner Ansprache hat der russische Präsident einige einschneidende Maßnahmen im wirtschaftlichen Leben des Landes verkündet, die eindeutig auf Langfristigkeit ausgelegt sind.
 
So wird zum 1. Januar 2021 das Prinzip des sogenannten Einheitssteuersatzes von 13 Prozent für Bürger die Einkommenssteuer verpflichtet sind, aufgehoben. Der Präsident betonte, dass bei der Einführung dieses Steuersatzes vor rund zwei Jahrzehnten, schon immer ein gewisser Beigeschmack sozialer Ungerechtigkeit herrschte. Nun soll dies anders werden. Für Arbeitnehmer mit einem Jahresverdienst ab fünf Millionen Rubel, wird der Einheitssteuersatz auf 15 Prozent angehoben – allerdings nur auf den Teil des Einkommens, der über der Summe fünf Millionen Rubel liegt.
 
 
Das Durchschnittsjahreseinkommen eines russischen Arbeitnehmers liegt derzeit bei unter einer halben Million Rubel. Damit sollen 60 Milliarden Rubel in die föderalen Kassen gespült werden. Aber dieses Geld verschwindet nicht in dem großen Steuertopf, sondern wird zielgerichtet in einen Fond überwiesen, welcher sich mit der Finanzierung von medizinischen Behandlungen von Kindern mit schweren oder seltenen Erkrankungen beschäftigt. Gesellschaftliche Organisationen werden beauftragt, die Betreuung dieser Gelder zu überwachen.
 
Große Aufmerksamkeit widmete der Präsident der IT-Sphäre im Land. Hier wird im großen Umfang geholfen, um eine Entwicklung, insbesondere von ganz jungen IT-Spezialisten zu ermöglichen. Hier werden die Sozialbeiträge für Arbeitnehmer, die in Russland der Arbeitgeber im vollen Umfang zu zahlen hat, von derzeit 14 Prozent auf 7,6 Prozent gesenkt, also praktisch halbiert. IT-Firmen, die bisher eine Gewinnsteuer von 20 Prozent zu zahlen hatten, zahlen zukünftig nur noch drei Prozent.
 
Weiterhin verkündete der Präsident die Verlängerung der Zahlung von bereits beschlossenen umfangreichen finanziellen Vergünstigungen für Familien mit Kindern. Auch die Zahlung von Zuschlägen für Mitarbeiter des medizinischen Dienstes und Sozialarbeitern wurde verlängert.
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