Reuters zeichnet düsteres Szenario für die Ukraine

Reuters zeichnet düsteres Szenario für die Ukraine
 
Reuters hat eine kurze Aufschlüsselung empfindlicher Versorgungselemente für die Ukraine vorgenommen. Man kommt zu dem Schluss, dass die Ukraine nur eine Woche überleben kann, wenn es zu einem militärischen Konflikt kommen sollte.
 
 
Reuters beginnt mit der wohl wichtigsten Frage: der Versorgung mit Gas für die Bevölkerung und die Industrie. Man schätzt ein, dass die Gasvorräte der Ukraine für fünf bis maximal sieben Tage reichen. Die Analyse setzt voraus, dass es zu einer militärischen Auseinandersetzung mit Russland kommt und Russland den Gastransit durch die Ukraine einstellt bzw. die Gasleitungen zerstört werden. Wie lange die Gasvorräte wirklich ausreichen, hängt vom Wetter ab. Weiterhin könnte man die Gasversorgung der Industrie drosseln und damit den Zeitraum für die Gasversorgung um wenige Tage verlängern.
 
Reuters zieht auch die Möglichkeit in Erwägung, dass die Ukraine aus Europa bis zu 40 Mio. Kubikmeter Gas importieren könnte. Dies wäre aber nur möglich, wenn Europa über die nötigen Reserven verfügt. Dies ist aber nicht der Fall, denn die Gasspeicher leeren sich dramatisch. Die Variante des Imports ist somit für die Ukraine nicht möglich.
 
Wenn es keine Gasversorgung mehr gibt, so beginnen in der Ukraine Probleme mit der Stromversorgung. Gibt es nicht ausreichend Strom, so hat auch dies wiederum Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Industrie und überhaupt auf das gesamte Leben im Land.
 
Reuters kommentiert weiter, dass die Ukraine sich in vollständiger Importabhängigkeit für Benzin und Diesel befindet. 50 Prozent des Bedarfes an Benzin liefert Weißrussland. 30 Prozent des Bedarfes an Dieselkraftstoff, welcher besonders wichtig für die Armee ist, wird aus Russland geliefert.
 
Reuters hat in Erfahrung gebracht, dass Mitarbeiter des amerikanischen Außenministeriums mit Vertretern großer internationaler Energiekonzerne Gespräche über mögliche Alternativen geführt haben. Hierbei ging es um Ersatzlieferungen von Energieträgern für Europa, anstelle von russischem Gas, für den Fall einer Konfliktsituation. Die Gesprächspartner aus den internationalen Konzernen informierten, dass es nicht möglich ist, die Lieferungen aus Russland zu kompensieren, die Ressourcen sind dafür nicht ausreichend. Jetzt hat das Weiße Haus begonnen, mit Katar Gespräche über mögliche Lieferungen zu führen.

 

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Kommentare ( 2 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 23. Januar 2022 01:56 pm

    Naja Reuters. Nicht sehr vertrauenswürdig. Fakt ist, daß die BRD die Ukraine seit Wochen mit Erdgas versorgt. Dazu wurde folgender Trick angewendet. Das russische Gas, welches über die NS1 kommt wird umgeleitet nach Polen, und zwar über die Jamal-Weißrußland-Polen-BRD-Pipeline. für diese Leitung wurde seit wochen kein Gas mehr von Westeuropa eingekauft und demzufolge von Gasprom wurde diese Pipeline nicht mehr benutzt. Also fließt das russische Gas vermutlich über NS1 bis nach MeckPom, wird dann nach Polen zurück geschickt und von da in die Ukraine, damit die Gas haben und eventuell ihre Erdspeicher füllen können. Natürlich hat das einen echt höheren Preis als bei RF direkt eingekauft. Aber die Ukros haben es ja. Weder Norwegen noch die Niederlande können liefern. Ob sich Selenskij und seine Konterbande das genau überlegt haben wegen des fehlenden Stroms, Öl und Gas und der abgeschnittenen Handelsverbindungen mit RF? Die Russen brauche dort nicht einmarschieren. Das gibt Chaos!

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 23. Januar 2022 12:59 pm

    Im Normalfall bekommt Polen sein Erdgas über Jamal via Belorus. Auf diesem Wege wird zur Zeit nichts geliefert, da kein Bedarf angemeldet ist, und nicht, weil Rußland nichts liefern will. Diese Tatsache wird leider nicht deutlich genug kommuniziert, bzw. bewußt falsch dargestellt.Polen hat gekündigt, kann aber momentan nicht am geplanten Westimport partizipieren. Gut deutsch bedeutet das, daß das Anti- NS2 Argument, Rußland könne die Abhängigkeit strategisch erpresserisch ausnützen, ad absurdum geführt ist, wenn schon gegenwärtig Polen und die Ukraine am Tropf hängen, egal ob an NS1, oder südlich an der Turkline.
    Wenn sich also Polen und die Ukraine von hinten durch`s Knie ins Auge energetisch versorgen, so sollte das auch so DEUTLICH !!! kommuniziert werden.
    Es gibt für Deuschland keinen Grund, "Selbstverstümmlern" hilfreich zur Seite zu springen, schon garnicht, wenn gegebenenfalls die Eigenversorgung infrage gestellt, und eine bezahle Leitung bewußt politisch torpediert wird.

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