Russische Autofahrer testen die Geduld des russischen Staates

Russische Autofahrer testen die Geduld des russischen Staates

 

Was passiert in Deutschland, wenn ein deutscher Autofahrer sein „Knöllchen“ nicht bezahlt? Er wird bald von staatlichen Strukturen kontaktiert. Was passiert, wenn in Russland ein Russe Tausend Knöllchen nicht bezahlt?

 

 

Um es kurz zu machen: Bisher passierte nichts. Die Autofahrer in Russland, insbesondere im Großraum Moskau, machten sich wohl regelrecht lustig über den Staat und seine Strukturen, die über die Verkehrssicherheit wachten.

Eine jetzt durchgeführte Analyse ergab, dass es in ganz Russland rund 70 private Fahrzeuglenker und 180 juristische Personen gibt, die mindestens 1.000 unbezahlte „Knöllchen“ wegen verschiedenster Verkehrsdelikte haben.

Weitere 10.000 Bürger und 3.000 juristische Personen haben zwischen 100-999 unbezahlte „Knöllchen“. Den Rekord bei unbezahlten „Knöllchen“ hält eine Firma, mit 27.000 unbezahlten „Knöllchen“ und eine Moskauerin, die 2.500 Knöllchen nicht bezahlen will.

 

 

Anlass für eine derartige Statistik, die verschiedenste staatliche Behörden gemeinsam erarbeitet haben, waren eine Reihe schwerer Verkehrsunfälle mit Todesopfern und hohem Sachschaden, verursacht durch Bürger, die Hunderte unbezahlter Strafzettel hatten.  

Nun haben die Behörden ein koordiniertes Vorgehen, gegen diesen Personenkreis beschlossen. Die Kameraüberwachung funktioniert gegenwärtig höchstens zufriedenstellend und häufig nicht regionalübergreifend. Dies soll sich innerhalb kürzester Zeit ändern, so dass die Personen, die als Schuldner registriert sind, während der Bewegung mit ihrem Fahrzeug erfasst werden. Diese werden dann „gestoppt“ und zur Kasse gebeten. Wer seine hunderte oder tausende Strafzettel nicht bezahlen kann, wird auf der Stelle sein Auto los. Entsprechend der örtlichen Möglichkeiten, wird die Person sofort einem Strafrichter zugeführt. Werden die Strafzettel nicht in einer gesetzten Frist bezahlt, wird das Auto versteigert.

Die Gesetzgebung geht mit einem Verkehrssünder gegenwärtig sehr human um. Der Verkehrssünder hat 10 Tage Zeit, sich beim Gesetzgeber über die verhängte Strafe zu beschweren. Tritt der Vollzug ein, so hat er 60 Tage Zeit, die Strafe zu bezahlen. Bezahlt er die Strafe im Verlaufe von zwei Jahren nicht, wird diese automatisch gelöscht.

Im Jahre 2019 haben 84 Prozent aller Verkehrssünder ihre Knöllchen fristgerecht bezahlt. Für diejenigen, die die Strafen nicht rechtzeitig bezahlten, drohten bisher und drohen immer noch andere Vollzugsmaßnahmen, wie ein Ausreiseverbot aus dem Land, Entzug der Fahrerlaubnis und die schon genannte Beschlagnahme von Eigentum, u.a. des Fahrzeuges.

Reklame

Kommentare ( 0 )

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung