Russische Wehrpflichtige dürfen jetzt kündigen

Russische Wehrpflichtige dürfen jetzt kündigen

 

Die Zeiten einer schwachen russischen Armee sind vorbei. Neben der technischen Erneuerung der Streitkräfte, unternimmt Russland auch vielseitige Anstrengungen im Sozialbereich für die Armeeangehörigen. Aber auch der Dienst für die Wehrpflichtigen wird interessanter gestaltet.

Am 1. September ist in Russland ein Gesetz in Kraft getreten, welches es Wehrpflichtigen gestattet, zu kündigen, d.h. vorzeitig die gesetzliche Wehrpflicht zu beenden, wenn hierfür die im neuen Gesetz genannten Gründe vorliegen.

Ein Grund für die vorzeitige Beendigung der Wehrpflicht ist, wenn der Wehrdienstleistende zum zweiten Mal Vater wird. Da der Wehrdienst in Russland nur 12 Monate dauert und während dieser Zeit auch nur begrenzt Urlaub gewährt wird, ist diese neue gesetzliche Regelung bestens geeignet, Familienplanungen rechtzeitig zu treffen und somit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Betroffen von dieser neuen Regelung sind auch schon die Soldaten, die jetzt bereits dienen und nicht die, die erst ab 1. September einberufen werden. Das Gesetz hat also rückwirkende Wirkung.

Weiterhin regelt das Gesetz, dass Wehrpflichtige, die per Gesetz von der Ableistung des Wehrdienstes zeitweilig freigestellt worden sind, die Aussetzung dieser Regelung beantragen können. Dies betrifft Wehrpflichtige, deren Brüder oder deren Vater im Dienst am Vaterland ihr Leben gelassen haben, Studenten im Direktstudium und Inhaber von Promotionsgraden. Auf Antrag können diese von der Vergünstigung entsagen und ihren Dienst antreten.

Zukünftig ist aber auch geplant, die Strafen zu erhöhen, die ausgesprochen werden, wenn Wehrpflichtige den Aufforderungen des zuständigen Wehrkreiskommandos nicht nachkommen. Bisher belaufen sich die Strafen auf 100 bis maximal 500 Rubel. Im Gespräch ist die Erhöhung auf 3.000 Rubel. Allerdings ist auch diese Summe immer noch lächerlich gering und wird wohl kaum dazu beitragen, die Drückeberger zur Gesetzestreue zu überzeugen. Weitere Strafen werden für diejenigen eingeführt, die der Meldepflicht gegenüber dem Wehrkreiskommando nicht nachkommen. Meldepflichten bestehen zur Änderung des Familienstandes, des Arbeitgebers, des Wohnsitzes.

 

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