Russischer Abgeordneter zerreißt Putin-Foto. Kreml meint, es gibt Wichtigeres.

Russischer Abgeordneter zerreißt Putin-Foto. Kreml meint, es gibt Wichtigeres.
 
Das gesellschaftliche Leben in Russland ist bunt, bunter als man sich dies in den westlichen Demokratien vorstellt. Und es passieren Dinge, die in den westlichen Medien nicht kommentiert werden – sie sind für die Negativdarstellung Russlands und seiner Führung untauglich.
 
 
Die russische Zeitung „Znak.com“ informierte über einen Zwischenfall in einer Kreisverwaltung in der Stadt St. Petersburg. Russische Beamte stritten sich mit Abgeordneten der Volksvertretung, welches Portrait denn in öffentlichen Amtsräumen zu hängen habe. Die Abgeordneten waren der Ansicht, dass in ihren Amtsräumen das Portrait von Alexander Puschkin am besten geeignet ist, während die Beamten forderten, das Portrait des russischen Präsidenten Putin aufzuhängen. Nach dem Ende der emotionalen Diskussion, verließen die Abgeordneten die Räumlichkeiten. Die Beamten entfernten das Puschkin-Portrait und hängten das Porträt von Wladimir Putin auf. Dies bemerkte ein Abgeordneter wenig später, entfernte das Bild und zerriss es.
 
Durch die Beamten wurde die Polizei gerufen. Man informierte, dass das Bild des „Oberkommandierenden“ (Putin ist Oberkommandierender der russischen Streitkräfte) vernichtet worden ist.
 
Während einer Pressekonferenz im Kreml, wurde der Pressesprecher Putins hierzu befragt. Dmitri Peskow kommentierte, dass es keinerlei Anweisungen gebe und auch nicht geben wird, irgendwelche Fotos von Putin irgendwo aufzuhängen. Natürlich gibt es keinen Grund, den Fakt, das ein Foto Putins zerrissen wurde, positiv zu kommentieren, immerhin ist er der Präsident des Landes. So kann man einfach nicht auftreten.
 
Peskow empfahl den St. Petersburgern beide Portraits aufzuhängen und sich unverzüglich den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu widmen.
 
Putin selber tritt gegen seine Verewigung, noch zu Lebzeiten auf. So hatte er Mitte des Jahres verhindert, dass in der russisch-orthodoxen Hauptkirche des Verteidigungsministeriums ein Portrait aus Mosaiksteinen von ihm platziert wird.
 
Einen weiteren, weniger spektakulären Zwischenfall, gab es am heutigen Freitag. Der russische Premierminister Mischustin besuchte das Vereinte Institut für Atomforschung und wurde von einem dortigen wissenschaftlichen Mitarbeiter informiert, dass „… vor acht Jahren Ihr Kollege bereits hier war und sich damals hier gar nichts befand …“. Gemeint war Wladimir Putin. Worauf hin Premier Mischustin kommentierte, dass Putin nicht sein Kollege, sondern sein Vorgesetzter sei.

 

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