Russischer Sicherheitsdienst FSB schwieg 20 Jahre. Jetzt wird er redseliger.

Russischer Sicherheitsdienst FSB schwieg 20 Jahre. Jetzt wird er redseliger.
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Zwanzig Jahre hat der Grenzdienst der Russischen Föderation, der Bestandteil des russischen Sicherheitsdienstes FSB ist, keinerlei Zahlen über die Grenzpassagiere veröffentlicht, die nach Russland eingereist sind, um einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Nun hat man erstmals das Schweigen gebrochen und Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht.

Wer bereits in der Vergangenheit nach Russland eingereist ist, wird sich an die Frage des Grenzbeamten erinnern: „dienstlich oder privat“ – also die sehr komprimiert gestellte Frage nach dem Sinn und Zweck der Reise. Daraus wurde dann wohl eine Statistik erstellt, deren Aussagekraft doch bezweifelt werden kann. Warum diese Frage gestellt wurde ist auch unklar, denn bei der Visabeantragung muss man die Frage beantworten, was man in Russland will und daraus ergibt sich dann die Art des Visums, welches man erhält.

Wie die Statistik zu führen ist, wurde wohl nicht vom FSB festgelegt, sondern von der staatlichen Statistikbehörde, die dies seit dem Jahre 2000 vorgegeben hatte. Im Jahre 2018 trennte man sich von den „moralisch veralteten Statistiken“ und führte neue ein. So wird nun auch erfasst, dass ein Ausländer einreist um zu arbeiten oder um zu studieren.

Vor wenigen Wochen meldeten russische Medien, dass man in Russland ein anormales Anwachsen der Einreise von Ausländern nach Russland beobachte und dafür keine Erklärung habe. Nun liegt die Erklärung vor: Die Statistik wurde vervollständigt.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen lassen einem doch ein leises „oh“ und „aha“ entgleiten, wenn man liest, dass im ersten Halbjahr 2019 immerhin 10.800 Deutsche nach Russland eingereist sind, um zu arbeiten. Bei der Reputation Russlands und dem gegenwärtigen zwischenstaatlichen Verhältnis sollte man dies gar nicht vermuten.

Insgesamt sind 15 Mio. Ausländer nach Russland eingereist, davon 2,4 Mio. um zu arbeiten. Die Masse der Ausländer kommt aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Usbekistan, Kirgisien, Tadschikistan, der Ukraine und Kasachstan.

Aber auch aus den westlichen Demokratien strömen Ausländer nach Russland und so liest man mit Erstaunen, dass auch 4.300 Briten und 3.700 Amerikaner in Russland ihr Glück im Geldverdienen suchen.

Erwähnt wurden aber auch 50.200 Chinesen und 10.200 Türken, die in Russland arbeiten.   

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