Russisches Außenministerium fordert Einflussnahme des Auswärtigen Amtes

Russisches Außenministerium fordert Einflussnahme des Auswärtigen Amtes
 
 
Am Donnerstag informierte der russische TV-Sender „RT“ in Deutschland, dass es Schwierigkeiten mit der Commerzbank gäbe. Diese habe die Geschäftsbedingungen für den russischen Sender geändert und somit den Sender gezwungen, nach Alternativen zu suchen. Alle gefundenen Alternativen haben die Zusammenarbeit mit RT-Deutschland abgelehnt.
 
Es entsteht somit der Eindruck, dass es sich um ein koordiniertes Vorgehen gegen unliebsame Medien aus Russland handelt. Der Außenbeauftragte der Europäischen Union Borrell hatte Anfang des Monats erklärt, dass die prokreml-Medien in der Europäischen Union Falschmeldungen, insbesondere zur Thematik Corona-Virus, verbreiten. Dies ist gerade zu Zeiten der Pandemie nicht hinnehmbar.
 
 
Der Sender „RT-Deutschland“ hatte, nachdem die neuen Geschäftsbedingungen, die die Commerzbank vorgeschlagen hat, für den Sender nicht annehmbar waren, nach anderen Banken für eine Zusammenarbeit gesucht. Gefunden wurde u.a. „Helaba“, „Deutsche Bank“, „DZ Bank“, „BNP Paribas“, „ING“, „HSBC“, „UBS“ und die „HypoVereinsbank“. Alle Banken haben entweder eine Zusammenarbeit abgelehnt oder auf die Anfrage von „RT-Deutschland“ nicht reagiert.
 
Nun hat das russische Außenministerium das deutsche Auswärtige Amt aufgefordert, in dieser Angelegenheit aktiv zu werden und die Arbeitsfähigkeit der russischen Medien in Deutschland zu gewährleisten. Man werde zu ernsten Gegenmaßnahmen greifen, wenn Deutschland seine Entscheidungen zur Arbeit der russischen Medien nicht ändere.
 
„Mit aller Ernsthaftigkeit rufen wir Berlin auf, darüber nachzudenken, wie man das normale Funktionieren der Medienarbeit sicherstellen kann. Wir fordern die Rücknahme aller restriktiven Maßnahmen, welche die Arbeit der Medien behindern. Sollte dies nicht erfolgen, sind wir gezwungen über harte Antwortmaßnahmen gegenüber den deutschen Medien nachzudenken, die in Russland tätig sind“, - so Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums.
Reklame

Kommentare ( 4 )

  • Mnborken

    Veröffentlicht: 4. März 2021 20:09 pm

    Unabhängig wie albern die Aktion wieder ist, ist die Sberbank nicht in Deutschland aktiv?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 4. März 2021 20:16

      ... ja, die Sberbank ist in Deutschland aktiv, auch andere russische Banken gibt es in Deutschland. Aber vielleicht gibt es Regelungen, welche Banken genutzt und welche nicht genutzt werden dürfen ... das entzieht sich meiner Kenntnis. Rein von der Logik wäre es wirklich das einfachste, eine russische Bank zu nutzen. Wenn dies nicht geschieht, gibt es also Gründe ...

  • Günther Tröge

    Veröffentlicht: 4. März 2021 20:28 pm

    Unglaublich, welche gefährlichen Abgründe sich in Deutschland zu entwickeln beginnen.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 6. März 2021 02:20 pm

    Meines Wissens nach wurden nicht irgendwelche Geschäftsbedingungen geändert, sonder RT DE und Ruptly wurde unmißverständlich gesagt, daß die Konten zu Ende Mai diesen Jahres gekündigt sind und geschlossen werden.
    Die Anfrage an mehrere große Banken in der BRD zur Eröffnung der Geschäftskonten wurde entweder abschlägig beschieden oder gar nicht beantwortet. Meiner Ansicht nach müssen RT und Ruptly bei einer deutschen Großbank ihre Geschäftskonten unterhalten. Eine Filiale der russischen Sberbank ist aber keine deutsche Großbank.

  • Gego Tschetoch

    Veröffentlicht: 7. März 2021 16:42 pm

    Der Borell spricht davon, dass die ProKreml-Medien in der EU Falschmeldungen verbreiten würden. Meiner Ansicht nach muss man alles "nur" in's Gegenteil verkehren. Die ProKreml-Medien verkünden nämlich die Wahrheit und sprechen mittlerweile auch in der EU eine sehr große Bevölkerungsschicht an. Die RF weiss doch sehr genau wovon sie spricht, zumal sie selbst jahrelang das Opfer der westlichen Täuschung geworden ist. Und diese Politik der gespaltenen Zunge wird auch bei den West-Völkern deutlich erkannt. Weil nun die BRD im Sinne der USA als Frontstaat gegen die RF positioniert ist, muss es seit Joe Biden verstärkt beweisen, an der Konstruktion von Konflikten teilzunehmen. Inzwischen bin ich sogar überzeugt davon, dass so mancher EU-Staat nicht wusste, worauf er sich mit seinem EU-Beitritt eingelassen hat. Denn wie in Deutschland, so gibt es auch in den ehemaligen sozialistischen Staaten durchaus große Sympathien für Russland. Aber das Nato-Korsett verschnürt sie alle... ohne Ausnahme!

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung