Russland bleibt nichts schuldig – Amerikanischer Spion verurteilt

Russland bleibt nichts schuldig – Amerikanischer Spion verurteilt
 
Wer die russischen Medien in den letzten Jahren verfolgt hat, ist bestens informiert, dass die USA eine regelrechte Jagd auf russische Bürger im Ausland gemacht haben. Sie wurden in den USA verhaftet oder durch Drittstaaten ausgeliefert. Sie wurden der Spionage, Wirtschafts- oder Steuerverbrechen beschuldigt.
 
 
Nichts konnte die USA überzeugen, diese Praxis einzustellen. Die Bedingungen, unter denen russische Bürger in den USA in Haft gehalten werden, macht den russischen Behörden zusehens Sorgen.
Nun hat ein Moskauer Stadtgericht einen amerikanischen Bürger zu 16 Jahren Haft wegen Spionage verurteilt. Er soll diese Zeit in einer Kolonie mit verschärften Haftbedingungen verbringen. Mit diesem Urteil blieb das Gericht zwei Jahre unter dem Antrag des Staatsanwaltes.
 
Russische Medien kommentieren, dass ein derartig langjähriges Urteil signalisiert, dass der Amerikaner nach einer gewissen Zeit, ein Gnadengesuch an den russischen Präsidenten richtet und durch diesen begnadigt wird und ausreisen darf. Natürlich erfolgt die Begnadigung nicht „kostenlos“. Gemutmaßt wird, dass er gegen den Russen Viktor But ausgetauscht wird, den die USA zu 25 Jahren Haft verurteilt haben, die dieser seit 2012 absitzt.
 
Videoeinspielung
 
Bekannt wurde, dass der Amerikaner am 28. Dezember 2018 in seinem Hotelzimmer einen Datenträger mit Geheiminformationen erhalten hat. Hierbei soll es sich um Informationen zu einem FSB-Mitarbeiter gehandelt haben, der im Bereich der Wirtschaftssicherheit tätig war.
 
Die Verteidigung des Amerikaners kommentierte, dass es sich um eine Provokation gehandelt habe. Ihr Mandant, der über mehrere Staatsbürgerschaften verfügt, habe keinerlei Kontakte zu amerikanischen Geheimdiensten. Er ist nach Russland eingereist, um an einer Hochzeit teilzunehmen.
 
Wie es nun weitergeht, bleibt vorläufig offen – so der Anwalt. Man kann gegen das Urteil Revision einlegen, man kann aber auch zehn Tage warten, bis das Urteil Rechtskraft hat und danach ein Gnadengesuch an den russischen Präsidenten richten.
 
Videoeinspielung
 
Der amerikanische Botschafter kommentierte, dass die Verurteilung das russische Rechtssystem der Lächerlichkeit preisgebe. Es gäbe keinerlei Beweise für die Schuld und die ganze Angelegenheit sei ein Verstoß gegen internationale Regelungen zum Menschenrecht. Er forderte die unverzügliche Freilassung des Amerikaners.
 
Videoeinspielung
 
Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten kommentierte, dass dem Gericht alle notwendigen Beweise für eine Verurteilung vorgelegen haben und der Amerikaner keine politische Geisel sei.
 
Am Montag meldete sich dann auch der amerikanische Außenminister zu Wort und forderte die unverzügliche Freilassung des verurteilten Spions. Er zeige sich schockiert vom Urteil des Gerichts, welches in einem geheimen Gerichtsverfahren gefällt wurde. Er charakterisierte das Verhalten russischer Behörden gegenüber Amerikanern einfach als „schrecklich“.
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Kommentare ( 2 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 16. Juni 2020 17:30 pm

    Agentenaustausch finde ich gut ... am besten gegen Trump ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 16. Juni 2020 17:35

      ... Sie sollten sich noch schnell als Kandidat für die Präsidentenwahlen in den USA aufstellen lassen ... und wenn die Zeit hierfür vielleicht zu knapp ist, dann für 2024 in Russland. Sie qualifizieren sich in meinen Augen, mit Ihren Kommentaren, (im übertragenen Sinne) immer mehr als der typische Fan in einem Fußballstadion: 22+1 Idioten laufen auf dem Rasen rum und 100.000 hochqualifizierte Spezialisten sitzen auf den Rängen. Also mit anderen Worten: die politischen Führungskräfte sind alle doof und machen alles verkehrt - ich weiß alles besser ...

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 16. Juni 2020 18:00 pm

    @UEN
    "die politischen Führungskräfte sind alle doof und machen alles verkehrt - ich weiß alles besser"
    Wie kommen Sie denn darauf ... habe ich nie behauptet (läge mir auch völlig fern). Hat mit dem Beitrag ja auch nichts zu tun. War nur mein Vorschlag für einen Agentenaustausch ... Freuen sie sich doch, dass der Fall Guillaume möglicherweise noch getoppt wurde. Den "Feind" von innen heraus zersetzen. Steht bestimmt so im Handbuch für kleine Tschekisten. Und selbst wenn Trump kein russ. IM wäre, so handelt er doch wie einer.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 16. Juni 2020 18:01

      ... ich möchte mich nicht wiederholen.

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