Schach und … wann kommt das Mat(t) für die USA?

Schach und … wann kommt das Mat(t) für die USA?
 
In der vergangenen Woche informierte Baltische Welle über ein Abkommen zur Stationierung von russischen Truppen in Nikaragua. Das russische Außenministerium kommentierte, dass es sich um nichts Besonderes handelt. Man sei schon lange in Nikaragua präsent. Nun stellt sich aber heraus, dass es wohl doch etwas Besonderes ist. Russland bot den USA „Schach“ an.
 
 
Bis zum „Matt“ ist es natürlich noch ein wenig Zeit, aber Russland ist in der Partie mit den USA gut positioniert und es sieht so aus, als ob eine Niederlage auf dem internationalen Schachbrett schon nicht mehr möglich ist. Das Schlimmste was Russland noch passieren könnte, scheint ein „Nitschja“ zu sein, wie der Russe sagen würde.
 
Allerdings kommentiert „The Hill“ die jetzt entstandene Situation ganz anders und meint, dass die durch Russland geschaffene Situation völlig unerwartet für die USA gekommen ist. Man habe einfach einige Dinge in den USA außer Augen verloren und Russland hat das ganze weltweite Chaos genutzt, um unbemerkt Tatsachen zu schaffen, die sich jetzt für die USA als sehr unangenehm darstellen.
 
Steven Blank, Doktor der Philosophie und Senior-Wissenschaftsmitarbeiter des „Instituts für außenpolitische Forschungen“ kommentierte im genannten Zeitungsbeitrag, dass die Möglichkeiten, die Nikaragua jetzt den russischen Truppen zur Verfügung gestellt hat, für die USA völlig unerwartet kamen.
 
 
Der Umfang der in Nikaragua anwesenden russischen Truppen scheint doch erheblich zu sein. Russland will damit seine Strategie in Zentralamerika demonstrieren. Nikaragua scheint nur der Ausgangspunkt für eine wesentlich größere angestrebte militärische Präsenz in anderen Ländern zu sein.
 
Die mit Nikaragua abgeschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Russland seine Truppen in das Land entsenden kann, um Ausbildungsaufgaben wahrzunehmen, um die Rechtssicherheit im Lande zu unterstützen und um sofort reagieren zu können, wenn es zu humanitären Katastrophen im Lande kommen sollte. Die in Nikaragua stationierten Truppen werden, ähnlich wie es die NATO in Osteuropa tut, nicht ständig anwesend sein, sondern halbjährlich ausgetauscht.
 
Kritisch äußerte sich Steven Blank zu den Plänen Russlands, Nikaragua im Kampf gegen das organisierte Verbrechen und den ungesetzlichen Rauschgifthandel zu helfen. Er glaubt, dass Russland das Land brauche, um Aufklärung zu betreiben.
 
 
Der Analytiker glaubt auch an das Auftauchen von russischen Marinestützpunkten in anderen Staaten Zentralamerikas. Moskau unternehme vieles, um mehr Einfluss im Ausland zu erreichen. Hierzu organisiere man die wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern.
 
„Ungeachtet der gegenwärtigen wirtschaftlichen Einschränkungen konnte Russland seine Strategie erfolgreich umsetzen. Die USA haben dieser Region und diesen Ländern einfach nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet. Dazu kamen die Schwierigkeiten, mit denen die jetzige US-Administration zu kämpfen hat. Diese traf auf erhebliche Hindernisse bei der Vorbereitung der „Amerik-Konferenz“ – was sicherlich eines der Resultate der neuen strategischen Politik Russlands ist. Die neue Vereinbarung mit Nikaragua sollte für die USA ein Alarmsignal sein, ein „Anruf in der Nacht“ – so der promovierte Philosoph.

 

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Kommentare ( 4 )

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 14. Juni 2022 15:17 pm

    Aha ... jetzt verstehe ich. Russland hat in Nikaragua bereits das Personal und die Bewaffnung, die im Donbass fehlt. Denn wie ist es sonst zu erklären, dass in Donezk das Marktreiben , Schulbesuch oder Besuch von Krankenhäusern immer noch ein hohes Risiko beinhaltet?.....mit vie len Toten und Verletzten.
    Gibt es eigentlich noch den russischen Stützpunkt in Venezuela?

    Und wie erklärt sich ein Absolvent einer Militärakademie, dass doch tatsächlich immer mehr Militärtechnik aus dem NATO - Bereich an der
    "Ostfront" eintrifft?
    Und wie kommt es, das da immer noch ukrainische Militärflieger am Himmel unterwegs sind, wo doch die Lufthoheit bei Russland liegt?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 14. Juni 2022 18:26

      ... der Absolvent einer Militärakademie erklärt sich das Eintreffen von militärischer Ausrüstung aus dem Westen zur Unterstützung des NAZIonalistischen Regimes in der Ukraine damit, dass Russland nicht entschlossen genug alle Möglichkeiten einsetzt, um großflächig alles platt zu machen, was das Leben seiner Soldaten bedroht. Es scheint hier (noch) eine politische Hemmschwelle zu geben, die Russland nicht überschreiten will.

      Dass Russland die Lufthoheit über der Ukraine hat, bedeutet nicht automatisch, dass kein ukrainisches Flugzeug mehr fliegen kann. Es werden nur immer mehr Flugzeuge vom Himmel geholt. Allerdings irritiert mich auch, dass diese Flugzeuge immer wieder am Himmel erscheinen, denn sie müssen ja irgendwo starten und landen. Aber Russland hat, nach eigenen Meldungen, die gesamte Infrastruktur der Luftstreitkräfte zerstört. Da setzen bei mir Überlegungen ein, ob diese Flugzeuge eventuell in Rumänien oder Polen oder Tschechien starten und landen ... natürlich mit ukrainischen Piloten.

  • Peter Nagel

    Veröffentlicht: 14. Juni 2022 16:56 pm

    Na das hört sich doch mal sehr gut an, wenn Russland sich im Ausland Stützpunkte aufbaut!
    Das wird den Amis und den Westen nicht gefallen und ich bin schon auf die Kommentare der Amis darüber sehr gespannt!
    Alles im Allen es bleibt Spannend!!!!!

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 15. Juni 2022 01:09 pm

    Manfred SCHARTOW
    Veröffentlicht: 14. Juni 2022 15:17 pm
    Schauen Sie sich mal die aktuelle Karte des Frontverlaufs an, denken mal über die Gefechte in und um Donezk, z. B. den Flughafen 2014 nach und was so alles die Ukrainer drauf hatten und drauf haben, sich in Wohngebieten und das nicht nur in den Orten westlich von Donezk tief und bewehrt einzugraben.
    Deren Taktik sieht ganz einfach so aus, daß sie im "Schutz" der Wohnhäuser, der Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser ihre Angriffe starten können. Natürlich in dem Wissen, wenn die Russen antworten und die Ukros in ihren Feuernestern vernichten wollen, sind die Opfer als erste die Zivilisten und zivilen Einrichtungen. Eine wunderbare Vorlage für antirussische Propaganda angeblicher Kriegsverbrechen.
    Es wurde doch mehrfach wirklich bewiesen, daß das Krankenhaus, die Schule oder der Kindergarten seit einiger Zeit nicht mehr bestimmungsgemäß benutzt wurde und sich dort die Ukros eingenistet hatten, trotz Rotem Kreuz auf dem Dach.

  • Mombo

    Veröffentlicht: 15. Juni 2022 08:51 pm

    ".... und sich dort die Ukros eingenistet hatten, trotz Rotem Kreuz auf dem Dach."
    Nicht "trotz Rotem Kreuz auf dem Dach", sondern "wegen" (!) Rotem Kreuz auf dem Dach. Dafür gibt es zahllose Beispiele, auch Krankenfahrzeuge wurden derartig missbraucht...

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