Telegram-Kanal-Informationen vom 07. Oktober 2022

Telegram-Kanal-Informationen vom 07. Oktober 2022
 
„Kaliningrad-Domizil“ informiert auf seinem Telegram-Kanal „Baltische Welle“ über Ereignisse in und um Russland in Kurzfassung. Der Beitrag wird im Verlaufe des Tages ständig mit aktuellen Informationen und Nachrichten ergänzt.
 
 
Russische Medien informieren über Äußerungen des Asow-Kommandeurs, der sich gegenwärtig, nach einem Gefangenenaustausch, in türkischem Gewahrsam aufhält, dass 700 Asow-Kämpfer sich noch in russischer Gefangenschaft befinden. Insgesamt sind 2.500 ukrainische Militärangehörige aus den Kämpfen um Mariupol noch in russischer Gefangenschaft.
 
Russische Bürger versuchen vermehrt, Bargeld außer Landes zu schaffen. Die russischen Zollbehörden haben einen Anstieg um hundert Prozent festgestellt. Im Zeitraum von 20-30. September habe man mehr als 500 Versuche festgestellt, Bargeld, oberhalb der deklarierungsfreien Grenze, außer Landes zu bringen. Das ist 93 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Je nach Höhe des Betrages wird eine Verwaltungsstrafe verhängt oder Strafanzeige gestellt. Gründe für das Anwachsen dieser Verstöße sind einerseits im Nichtfunktionieren des Bankkartensystems im Ausland für russische Bürger zu suchen, aber wohl auch darin, dass viele preisintensive Waren gegenwärtig im Ausland gekauft werden, da diese dort billiger sind und somit nur mit Bargeld bezahlt werden kann. Gegenwärtiger Einkaufshit in Russland sind Gebrauchtfahrzeuge mit einem Mindestalter von drei Jahren (ab diesem Alter gibt es erhebliche Zollvergünstigungen).
 
Das russische Außenministerium hat ein großes Fragezeichen hinter die Frage gesetzt, ob eine Energiezusammenarbeit mit der Europäischen Union noch Sinn mache. Man erinnerte an die Anschläge auf die Nordstream-Leitungen und auch an das geplante Preisdiktat durch die EU. Brüssel will ganz eindeutig seine Energiepolitik nicht ändern und somit steht die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer weiteren Zusammenarbeit – meinte Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums. Somit kann man wohl davon ausgehen, dass der Tag, an dem es überhaupt keinen Austausch von irgendwelchen Waren- und Dienstleistungen zwischen der EU und Russland gibt, in absehbare Nähe gerückt ist.
 
Der russische Unternehmer Deripaska nannte einen Zeitraum zwischen 2,5 bis 3 Jahren, bis die gegenwärtige Weltkrise sich wieder zu normalisieren beginne. Er kommentierte, dass die gegenwärtige Unvernunft nach drei Jahren endet, da die Kräfte bei allen nur bis zu diesem Zeitraum reichen. Danach verbleiben hoffentlich nur die Politiker mit einem gesunden Menschenverstand und einem Gewissen. Es wird eine vollständige Überarbeitung der Normen des internationalen Rechts geben, welches durch alle anerkannt und beachtet wird – so Deripaska. Nach Ende der gegenwärtigen Krise erwarte er eine Entpolitisierung der UNO und der internationalen Rechtssysteme. Die Sitze der internationalen Organisationen werden regelmäßig ihren Standort wechseln. Das verhindert, dass Staaten ihre Macht nutzen, um auf andere Einfluss zu nehmen.
 
Nicht immer versteht man die russische Politik – egal auf welchem Gebiet. Und so klammert man sich in den letzten Tagen immer mehr an kleine Informations-Strohhalme, die andeuten könnten, dass es Änderungen in der russischen militärischen Stagnationspolitik geben könnte. So wurde der französische Botschafter in das russische Außenministerium einbestellt. Er sollte dort erklären, warum Frankreich der Ukraine Waffen liefere. Und er sollte erklären, warum Frankreich die Arbeit Russlands im Sicherheitsrat der UNO behindere. Die Lieferung von militärischer Ausrüstung durch Frankreich an die Ukraine widerspricht den Äußerungen Frankreichs, an einer friedlichen Regelung der Angelegenheit interessiert zu sein. Ob während dieses Gesprächs im russischen Außenministerium dem Botschafter vermittelt wurde, dass Russland nun andere Seiten aufziehe, wurde nicht bekannt. Aber es bleibt der Strohhalm der Hoffnung, an den sich der Blogger Erichowitsch und mit ihm viele andere klammern.
 
Der ukrainische Präsident Selenski hat die NATO aufgefordert, präventive Schläge gegen Ziele in der russischen Föderation durchzuführen. Man solle nicht warten, bis Russland seine Atomwaffen einsetzt. Diese Forderung machte er während einer Videoschaltung in eine Universität in Australien öffentlich, wo er einen Vortrag hielt. Die NATO solle mit ihren Handlungen ausschalten, dass Russland seine Atomwaffen einsetzen kann. Eine Reihe russischer Politiker kommentieren, dass gegenwärtig der Atomkrieg durch den Westen regelrecht herbeigeredet wird. Maria Sacharowa glaubt in Selenski ein Monster zu erkennen, der es schafft, mit seinen Händen die Welt zu vernichten. Dmitri Medwedjew bezeichnete Selenski als Idioten – nachzulesen in einem Kommentar auf seinem Telegram-Kanal. Er empfahl diesem Idioten eine psychiatrische Operation. Der Pressesprecher des Kremls formulierte höflich zurückhaltend, dass die Worte von Selenski durch alle Staaten der Welt aufmerksam zur Kenntnis genommen werden sollten, besonders aber durch die USA und Großbritannien. Die Worte Selenskis sind nicht mehr und nicht weniger als der Aufruf zum Beginn eines Weltkrieges.
 
Weißrussland informierte, dass die Truppen der Bündnisstaaten zum Schutz des Landes organisiert und einsatzbereit sind. Die Information verbreitete der weißrussische Verteidigungsminister. Minsk ist jetzt bereit, auf mögliche Provokationen entlang seiner gesamten Grenze zu reagieren. Weiterhin wurden Maßnahmen zur kollektiven Sicherheit umgesetzt.
 
Polen hat vorgeschlagen, sich mal wieder an fremdem Eigentum zu vergreifen. So will Polen die gegenwärtig eingefrorenen russischen Aktiva zwischen der Ukraine und Europa teilen. Ideengeber ist der polnische Premier Morawetzki. Insgesamt soll es, nach Informationen von Morawetzki um eine Summe von rund 350 Mrd. Euro gehen. Natürlich soll auch Polen von dieser Summe profitieren – meinte der Premier.
 
Der Gouverneur des Gebietes Wolgograd hat die Arbeit der russischen Wehrkommandos kritisiert. „Ohne fluchen kann man die Situation nicht beschreiben“, - so der Gouverneur. Der Gouverneur hatte am Vorabend eines der Ausbildungszentren der russischen Armee besucht, in denen die Reservisten untergebracht worden sind. Von dort kamen Beschwerden über die Unterbringung. Es fehle praktisch an allem – keine Heizung, kein warmes Wasser. Eine ähnliche Situation hat der Gouverneur des Gebietes Kursk beschrieben. Er beschrieb den Zustand der Truppenteile in der Region mit den Worten: „… irgendwo ist alles normal, aber irgendwo anders ist es einfach nur schrecklich.“
 
Das weißrussische Verteidigungsministerium informiert, dass das Land über 500.000 Reservisten verfüge, die im Bedarfsfall zu den Waffen gerufen werden könnten. Im Land sind in den letzten 20 Jahren regelmäßig Reservistenübungen durchgeführt worden, an denen 130.000 teilgenommen haben. Der Verteidigungsminister Weißrusslands kommentierte, dass es sich bei den genannten Zahlen um bereits ausgebildete (und somit einsatzbereite) Reservisten handle. Weißrussland erhält von Russland nun auch Raketen des Typs „Iskander“ und Flugabwehrraketen S-400 geliefert.
 
Pressesprecher Peskow bestreitet, dass sich die Umgebung Putins gespalten hat. Nach der Einleitung der Teilmobilmachung gab es unterschiedliche Ansichten in den Reihen der russischen Führung. Dies waren aber ganz normale „Arbeitsstreits“ und eine Spaltung habe es nicht gegeben. Wir streiten uns zur Wirtschaft und auch zur Militäroperation. Streit gibt es auch zum Bildungswesen. Das sind alles Elemente des ganz normalen Arbeitsprozesses und sind auf keinen Fall Anzeichen von irgendeinem Zerfall – so Peskow. Auch Meldungen der amerikanischen Aufklärung, wonach eine hochgestellte Persönlichkeit aus der Umgebung Putins, diesen herausgefordert haben soll, entsprechen nicht den Tatsachen.
 
 
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Kommentare ( 3 )

  • Jean-Marie Bouny

    Veröffentlicht: 7. Oktober 2022 17:56 pm

    Also ! : soeben wurde heute der Meister Wladimir Putin auf eine französische Seite
    wegen seinem 70. Geburtstag gefeiert ! Ich dachte bis jetzt , es würde auf den 9. Oktober fallen !
    Herr Niemeier ! : Stellungnahme !!! - am besten : mit Humor ! - wie der Präsident selbst es soschön kann !

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 7. Oktober 2022 18:42

      ... völlig richtig, Wladimir Wladimirowitsch feiert heute, am Gründungstag der Deutschen Demokratischen Republik, seinen 70. Geburtstag. Wünschen wir ihm, zum Verdruss der westlichen Staatengemeinschaft, weitere 70 Jahre bei bester Gesundheit und voller Schaffenskraft - also kurz: Möge alles so bleiben, wie es jetzt ist.

  • Jean-Marie Bouny

    Veröffentlicht: 7. Oktober 2022 19:34 pm

    Merci ! für die Auskunft ! die weitere 70 Jahre sind ihm gesichert ... im Herzen vieler Menschen !

  • felix

    Veröffentlicht: 7. Oktober 2022 23:43 pm

    Mein Eindruck von Selensky ist aktuell, er merkt gar nicht was er sagt, oder er plappert so weil er bald ersetzt wird, zurück gepfiffen wurde er auch schon.

    Im Westen habe ich heute mehrfach geschrieben :
    Mit beiderseitigen Kampf-Stop und Verhandlungen zwischen Ost und West zum Frieden und zu mehr gutem Miteinander für die Zukunft, wäre der Beste Weg aus der fürchterlichen aktuellen Katastrophe.

    Denn mit Frieden und gutem Miteinander überall und weltweit, kann man die Welt für Alle verbessern - man braucht nur damit anzufangen.

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