Telegram-Kanal-Informationen vom 1. November 2022

Telegram-Kanal-Informationen vom 1. November 2022
 
„Kaliningrad-Domizil“ informiert auf seinem Telegram-Kanal „Baltische Welle“ über Ereignisse in und um Russland in Kurzfassung. Der Beitrag wird im Verlaufe des Tages ständig mit aktuellen Informationen und Nachrichten ergänzt.
 
 
Russische Medien meldeten am gestrigen Tag, dass bei einer Explosion auf einem Militärflugplatz bei Pskow zwei Hubschrauber vom Typ Ka-52, die sich dort zur Instandsetzung befanden, beschädigt worden sind. Untersuchungsorgane haben nun die Reste einer Sprengeinrichtung gefunden, die an einem weiteren Hubschrauber des Typs Mi-28 befestigt war.
 
Abgeordnete der Partei „Einiges Russland“ haben begonnen, ein Gesetzesprojekt zu erarbeiten, welches vorsieht, dass Fahnenflüchtigen (Drückebergern im Rahmen einer Mobilmachung) bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug oder Zwangsarbeit droht. Alternativ können auch Strafen bis zu 500.000 Rubel verhängt werden, oder Strafen bis zu drei Jahresgehältern. Das Gesetz, welches im Entwurf bereits fertig ist, soll nicht diejenigen bestrafen, die sich vor der jetzt abgeschlossenen Teilmobilmachung durch Flucht gedrückt haben. Russland hat seit 1941 keinerlei Mobilmachungen mehr durchgeführt und die immer noch gültigen Gesetze funktionieren nicht mehr bzw. entsprechen nicht den modernen Anforderungen.
 
Russlands Verteidigungsindustrie nimmt die neuen Herausforderungen an. Während ein Abgeordneter der Staatsduma mit aller notwendigen Zurückhaltung davon berichtet, dass gegenwärtig überall in Russland „in Masse“ neue Betriebe für die Produktion von militärischen Ausrüstungsgütern entstehen, informiert der Generaldirektor der Werft „SewMasch“, dass Russland beim Bau von Atom-U-Booten das Niveau und den Umfang aus sowjetischen Zeiten erreicht habe. In den letzten zehn Jahren habe seine Werft neun Atom-U-Boote gebaut – praktisch jedes Jahr ein U-Boot. Alleine im Jahr 2021 wurden drei Atom-U-Boote der Flotte übergeben. Gegenwärtig wird an weiteren zwei U-Booten gebaut. Ein Drittes befindet sich gegenwärtig in der Testphase. Die noch zu erfüllenden Programme sind gewaltig und durchaus vergleichbar mit denen aus sowjetischer Zeit – so der Generaldirektor.
 
Das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad hat schon bessere Zeiten erlebt. Während man zum 30. Jahrestag der Vereinnahmung der Deutschen Demokratischen Republik noch Geld für eine aufwendige Illumination hatte, änderten sich die Zeiten danach. Zumindest vermuten dies die Kaliningrader Bürger, die sich für das Schicksal der deutschen Vertretung in der Blockadestadt Kaliningrad interessieren. Anlass war, dass plötzlich die große Glasscheibe im Pförtnerhäuschen zerschmettert war. Gründe unbekannt. Die Kaliningrader Gesellschaft begann sich Sorgen zu machen. Warum fand keine Instandsetzung statt? Böse Zungen behaupteten, die Deutschen wollen das Haus verkaufen und deshalb findet keine Instandsetzung statt. Nun können wir mit großer Freude feststellen, dass die Glasscheibe, nach einem ganzen Jahr Wartezeit, instandgesetzt wurde, die Jalousien wieder geöffnet sind. Allerdings halten sich die Gerüchte über einen Verkauf standhaft. Die Glasscheibe wurde instandgesetzt, um einen höheren Verkaufspreis zu bekommen. Andere Gerüchte sagen, dass die deutsche NATO- und BND-Repräsentanz bleibt. Egal, welches Gerücht stimmt: Herzlichen Glückwunsch zur neuen Glasscheibe. (Klicken Sie auf die Grafik um zum Videobeitrag zu gelangen).
 
Alle 53 russischen Fluggesellschaften haben sich von den westlichen Buchungssystemen getrennt und sind auf einheimische Software im Buchungsverfahren für Flugtickets umgestiegen. In Russland standen zwei Buchungssysteme zur Auswahl. Damit ist die Gefahr gebannt, dass ausländische Provider Einfluss auf die Arbeitsweise der Buchungssysteme in Russland nehmen können. Beide Systeme arbeiten ausschließlich auf Rubel-Basis. Eine Reihe von westlichen Buchungssystemen hatte bereits die Zusammenarbeit mit den russischen Fluggesellschaften eingestellt. Russland hat schnell reagiert.
 
Die lettische Regierung will in dieser Woche Entscheidungen über die Zukunft von Erdölleitungen treffen, die durch das Land gehen und gemeinsam mit Russland genutzt werden. Ziel ist die Annullierung des Punktes 4 der Vereinbarung mit Russland, welcher verbietet, die Leitungen zu beschlagnahmen, zu sanktionieren oder zu nationalisieren. Die Zeiten haben sich geändert – so der Kommentar aus der lettischen Regierung. Die Vereinbarung zwischen Russland und Lettland wurde im Jahre 1993 unterzeichnet. Konkret geht es um einen Teilabschnitt der Erdölleitung „Druschba“. Über diese Leitung erhält Europa sein Erdöl aus Russland.
 
Der russische Premierminister Mischustin hat vorgeschlagen, dass die Staaten der Shanghai-Organisation ein eigenes elektronisches Zahlungssystem einrichten und sich damit unabhängig von Drittstaaten machen. Er tätigte diesem Vorschlag im Rahmen einer Sitzung der Staatschefs der Teilnehmerländer. Elemente dieses neuen Zahlungssystems können die jeweils schon in den einzelnen Staaten vorhandenen elektronischen Zahlungssysteme sein. Kommt man zu einer Vereinbarung, so hilft dies das Vertrauen innerhalb der Unternehmer zu festigen, da diese gewiss sein können, das Geld auch zu erhalten, ohne das Dritte darauf Einfluss nehmen können. Mischustin informierte, dass alleine der Handel mit russischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen einen Umfang von 156 Mrd. USD angenommen hat – 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu informierte, dass alle Regionen die Aufgaben im Rahmen der Teilmobilmachung erfüllt haben. Insgesamt wurden 300.000 Reservisten einberufen, davon 87.000 in die Kampfzone Ukraine versetzt. Es bleibt weiterhin dabei, dass Grundwehrdienstleistende nicht in die Ukraine versetzt werden. Für die zusätzliche Ausbildung der einberufenen Reservisten stehen 3.000 Ausbilder zur Verfügung. Der Verteidigungsminister kommentierte, dass die Teilmobilmachung in der Anfangsphase nicht ideal verlaufen ist. Man habe an der Beseitigung der Mängel gearbeitet.
 
Neben Erfolgsmeldungen aus dem russischen gesellschaftlichen Leben, gibt es auch weniger optimistisch stimmende Informationen. So erfuhren die Rentner der russischen Föderation, und natürlich auch der restliche Teil der arbeitenden Bevölkerung, dass die zehn reichsten russischen Staatsbürger seit Anfang des Jahres insgesamt 83,4 Milliarden USD verloren haben.
 
Der russische Verteidigungsminister Schoigu informierte, dass die Armeeangehörigen eine Solderhöhung von vier Prozent erhalten. Von der Gehaltsanpassung profitieren auch die Zivilbeschäftigten der Armee. Die Gehaltserhöhung erfolgte bereits zum Datum 1. Oktober 2022. Die Renten für ehemalige Armeeangehörige wurden im Verlaufe des Jahres 2022 um 19,5 Prozent angehoben. Die jetzt, im Rahmen der Teilmobilmachung einberufenen Wehrpflichtigen, erhalten einen monatlichen Sold von 195.000 Rubel (3.150 Euro).
 
Der Kreml informiert, dass den russischen Geheimdiensten Informationen vorliegen, wonach Großbritannien an dem Angriff auf die Schwarzmeerflotte und an der Sprengung der Gasleitungen Nordstream beteiligt war. Der Angriff auf die Schwarzmeerflotte in Sewastopol stand unter direkter Führung Großbritanniens. Man gehe im Kreml davon aus, dass, obwohl der Westen wohlwollend zu allen Vorfällen schweigt, eine Untersuchung durchgeführt und die Ergebnisse bekannt gegeben werden. Russland werde auf diese Anschläge antworten – so Pressesprecher Peskow.
 
Schweden und Finnland wollen nicht ausschließen, dass nach ihrem Beitritt zur NATO sie dieser die Genehmigung geben, Atomwaffen an der Grenze zu Russland zu stationieren. Darüber informierte „Bloomberg“. Die finnische Premierministerin kommentierte, dass man gegenwärtig keine Bedingungen diskutieren sollte, so lange durch Ungarn und die Türkei das Beitrittsgesuch nicht ratifiziert worden ist. Eine ähnliche Meinung vertrat der schwedische Premier. Es ist klar, dass die skandinavischen Staaten einheitlich auftreten und die Bedingungen der NATO annehmen müssen. Der schwedische Oberkommandierende der bewaffneten Kräfte warnte davor, Rote Linien zu überschreiten und empfahl Zurückhaltung, zumindest bis zum Zeitpunkt des Beitritts in die NATO. Bekannt wurde, dass in Finnland ein Gesetz vorbereitet wird, welches die Stationierung von Atomwaffen nach dem Beitritt zur NATO genehmigt.
 
Der russische Präsident hat seine, vor einigen Wochen ausgesprochene Empfehlung zum visafreien Reiseverkehr für Ausländer, nun als Aufgabe an die Regierung formuliert. Diese hat alle notwendigen Schritte auszuarbeiten, um visafreien Reiseverkehr als einseitige russische Entscheidung, zu ermöglichen. Nutznießer sollen die Ausländer sein, die aus touristischen, geschäftlichen, Qualifizierungsgründen, zu Sport- und Kulturmaßnahmen nach Russland reisen wollen. Alle beteiligten russischen Behörden haben bis 1. Juni 2023 Zuarbeit zu leisten. Weiterhin hat der Präsident angewiesen, das Elektronische Visum für Bürger aus „Freundlichen Staaten“ wieder in Kraft zu setzen. Eine weitere Weisung betraf die Multi-Tourismusvisa, deren Aufenthaltsfristen verlängert werden sollen. Die Praxis der Visafreiheit für Schiffs-Passagiere die nach St. Petersburg reisen, soll auch auf alle anderen Subjekte ausgeweitet werden.
 
 
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Kommentare ( 2 )

  • felix

    Veröffentlicht: 2. November 2022 01:23 pm

    russischen Geheimdiensten Informationen vorliegen, wonach Großbritannien an dem Angriff auf die.....
    Das kann ich mir gut vorstellen.
    XX. allen Vorfällen schweigt, eine Untersuchung durchgeführt und die Ergebnisse bekannt gegeben werden. Russland.....
    Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich schreibe auch K. in einer in der Vergangenheit mit ihrer Berichterstattung relativ offenen Zeitung im Westen, aktuell wird grob gesagt nur veröffentlicht, was dem medialen Mainstream entspricht. Die Zensur oder die Selbst-Zensur unserer Medien ist z.Z. nicht besser als in der DDR oder Russland, obwohl man die Russischen Staats-Medien deswegen kritisiert - so verlogen wie jetzt, habe ich Deutschland noch nie erlebt, ich finde das zum k.....
    Für mich ein Beweis, wir sind auf einem falschen Weg - meine gleichen "Vorschläge" gebe ich ab + zu D und RU und von Russland rechne ich, nicht sicher aber, eher mit einer Umsetzung - das hätte ich noch vor einem Jahr nie für möglich gehalten !?
    armes Deutschland

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 2. November 2022 01:38 pm

    " Nutznießer sollen die Ausländer sein, die aus touristischen, geschäftlichen, Qualifizierungsgründen, zu Sport- und Kulturmaßnahmen nach Russland reisen wollen. "

    Ich pack schon den Koffer. Muß mich dann nur noch über Flugroute und Preise informieren-. Naja, ein bisschen sparen fäät mir nicht schwer. Vier Wochen sind das Mindeste.
    Uwe. Molodjez, eine prima Nachricht!

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 2. November 2022 05:24

      ... ein anderer Leser meines Portals hat mich gebeten, mal einen Bericht über die Reisemöglichkeiten nach Russland zu machen. Ich trage gerade Material zusammen und hoffe, zum Ende der Woche einen Beitrag veröffentlichen zu können...

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