Telegram-Kanal-Informationen vom 10. August 2022

Telegram-Kanal-Informationen vom 10. August 2022
 
„Kaliningrad-Domizil“ informiert auf seinem Telegram-Kanal „Baltische Welle“ über Ereignisse in und um Russland in Kurzfassung. Der Beitrag wird im Verlaufe des Tages ständig mit aktuellen Informationen und Nachrichten ergänzt.
 
 
Russische Medien berichten über merkwürdige Entwicklungen, die nicht im Einklang stehen mit der westlichen Erwartungshaltung in die Resultate der schlimmsten Sanktionen, die man in der wirtschaftlichen Welt-Historie jemals gegen ein Land verhängt hat. So produziert Russland in diesem Jahr soviel Bier, wie seit den letzten sieben Jahren nicht mehr und dies trotzdem ein Großteil der ausländischen Investoren aus diesem Sektor das Land verlassen haben. Der Halbjahresbericht der Assoziation der russischen Bierbrauer informiert, dass man 410 Mio. Hektoliter Bier produziert habe. Das sind 2,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und es ist die größte Bierproduktion der letzten sieben Jahre. Dem entgegen steht der Verkauf von 356 Mio. Dekalitern Bier im genannten Zeitraum, was 1,4 Prozent weniger ist, als im Vorjahreszeitraum. Einfluss auf die Entwicklung der Bierproduktion haben die starken Schwankungen des Rubelkurses genommen sowie die Veränderungen der Logistikketten.
 
Aufmerksame Analysten und Leser russischer Medien bemerken eine zunehmende kritische Haltung russischer Offizieller zur Arbeit und zur Verhaltensweise der UNO. So kritisierte die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa das Verhalten der UNO im Falle des Beschusses des Atomkraftwerkes in Saporosch durch die ukrainische Armee. Das Sekretariat der UNO habe die Abreise einer Delegation der internationalen Atomaufsichtsbehörde in das Atomkraftwerk verhindert. Diese Delegation sollte den Zustand des Atomkraftwerkes nach dem Beschuss durch die ukrainische Armee kontrollieren. Russland bezeichnete dieses Verhalten als „verantwortungslos“. Maria Sacharowa kommentierte, dass das Sekretariat der UNO verstehen muss, dass sich die Welt auf einen Abgrund zubewege. Es handele sich nicht um gefährliche Experimente von Wissenschaftlern, sondern um verbrecherische Handlungen des Kiewer Regimes.
 
In den ersten Wochen nach Beginn der EntNAZIfizierung der Ukraine durch russische Truppen, kam es zur Abreise einer großen Anzahl von IT-Spezialisten aus Russland. Diese befürchteten schlechtere Arbeitsbedingungen oder auch den Verlust von Auftraggebern, wenn sie weiterhin in Russland arbeiten. Nun hat sich die bereits seit Wochen sich abzeichnende Tendenz bestätigt, dass die IT-Spezialisten im Ausland wohl schlechtere Bedingungen vorgefunden haben und sie kehren nach Russland zurück. Die russische Assoziation für Elektronikkommunikation hat eine entsprechende Umfrage durchgeführt und festgestellt, dass die Hälfte der ausgereisten IT-Spezialisten wieder nach Russland zurückgekehrt ist. Die noch nicht zurückgekehrte zweite Hälfte plant ebenfalls nach Russland zurückzukehren, jedoch nicht in den kommenden sechs Monaten. Die Anzahl der in Russland jetzt arbeitenden IT-Spezialisten, die über eine Ausreise nachdenken, ist verschwindend gering.
                                                                                 
Die Zeitung „Le Figaro“ wird durch russische Medien in der Meinung zitiert, dass die deutsche Wirtschaft sich zu einer Zeitzünderbombe entwickelt habe. Die deutsche Wirtschaft basiert auf den Kauf von billigem russischem Gas und der Produktion von Erzeugnissen mit einem hohen Mehrwert in China auf. Sollte es zu einer Krise in Deutschland kommen, wird das Land die ganze Euro-Zone mit in den Abgrund ziehen – meint der stellvertretende Chefredakteur der Zeitung. Er lobt gleichzeitig die pragmatischen Entscheidungen der Bundesregierung, die die Bürger auffordert zu sparen und die Kohlekraftwerke wieder stärker zu nutzen. Dass die Gesellschaft sich ideologisch spaltet, ist nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass sich die Energierechnungen bereits verdreifacht haben und eine weitere Preissteigerung bevorsteht. Der Chefredakteur befürchtet zum Jahresende große soziale Unruhen in Deutschland.
 
Der russische Minister für Bauwesen informierte in einem TV-Interview mit „Rossia 24“, dass man bereits bemerke, dass die Preise für Baumaterialien in Russland zu fallen beginnen. Als Beispiele nannte er Metallarmarturen und Holzerzeugnisse. Eine ganze Reihe von Baumaterialien zeige stabile Preise, aber noch keinen Preisrückgang. Insgesamt habe man aber bei den Preissenkungen noch nicht das Preisniveau des Jahres 2020 erreicht. Im ersten Halbjahr verzeichnete man insgesamt einen durchschnittlichen Preisanstieg um 24,5 Prozent. Der Minister informierte weiter, dass es objektiv keine Gründe für einen weiteren Preisanstieg im Wohnungsbau gäbe. In einigen Regionen bemerke man einen Rückgang der Preise für Immobilien.
 
Einer der größten deutschen Energieversorger E.ON veröffentlichte seine Halbjahresbilanz. Russische Medien entnahmen daraus, dass der deutsche Konzern gezwungen war 700 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Gasleitung „Nordstream-2“ abzuschreiben. Die Abschreibung erfolgte durch eine Neubewertung der Anteile von E.ON auf der Grundlage der sich negativ entwickelnden Situation im europäischen Energiesektor. E.ON hält am Projekt „Nordstream-2“ Anteile von 15,5 Prozent. In der Halbjahresbilanz des Konzerns wird auch auf die negativen Folgen der Ukrainekrise und die militärischen Handlungen für die Arbeit der Firma in Deutschland hingewiesen. Sorgen macht man sich im Konzern über mögliche weitere Kürzungen von Gaslieferungen durch technischen Ausfall von Nordstream-1.
 
Die Agentur Reuters berichtet über weitere Probleme in der Gasversorgung Europas. Um die ausfallenden Gaslieferungen aus Europa zu kompensieren, haben sich eine Reihe von Ländern auf die Lieferung von Flüssiggas umorientiert. Kaum, dass diese Lieferungen organisiert worden sind, kam es zu Ausfällen von Produktionsstätten für Flüssiggas. So wurde im Juni eine Produktionsstätte in Texas (Freeport) völlig unerwartet geschlossen. Auf der Suche nach Ersatzlösungen scheint es im Markt zu großen Verwerfungen zu kommen, was wiederum zu Preissteigerungen führt. So soll BP auf der Suche nach neuen Bezugsquellen 500 Mio. Dollar an Zusatzkosten gehabt haben. Die französische Firma Total musste ebenfalls erhebliche logistische Neuorientierungen vornehmen. Ach die britisch-niederländische Shell sucht wieder Alternativen zum Flüssiggas im Zusammenhang mit der Neuorientierung des Projektes „Sachalin-2“, welches von einem neuen Operator betreut wird.
 
Reuters informiert über die Produktionseinstellung von Gas durch die schwimmende Plattform „Prelude“ an der Westküste Australiens. Die Plattform stellte ihre Arbeit im Rahmen von Streitigkeiten mit der Gewerkschaft ein. Weitere Produktionsrückgänge für Flüssiggas werden in den Werken auf der Insel Bonni in Nigeria beobachtet.
 
 
Reklame

Kommentare ( 5 )

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 10. August 2022 10:12 pm

    https://www.anti-spiegel.ru/2022/kosten-hintergruende-profiteure-was-bedeutet-die-gasumlage/
    Für alle, die sich nach möglichen Ursachen der steigenden Preise interessieren.

    Auch Russland hat eine kapitalistische Wirtschaftsstruktur. Beleg ..?..die Preise für Baumaterialien. Statt dem Preiswucher entgegenzuwirken, dürfen die Inhaber und Händler der in Russland produzierten Baustoffe den Preis nach Not und Bedarf festlegen.

    Im Falle der Lieferung von Erd-Gas, Edelgasen, Öl, Getreide etc. bestimmt Putin und seine Regierungsmannschaft was Miller und Co. auf dem Weltmarkt zu fordern haben. da gibt es Vorgaben für massive Rabatte an China, Indien, Türkei....
    Von außen betrachtet , ist die zugelassene Preistreiberei ein Subventionsprogramm für.....ja für wem ?

  • felix

    Veröffentlicht: 10. August 2022 13:09 pm

    Die UN wurden, ich denke "48", von GB und USA entwickelt um sich in der Welt erfolgreicher zu machen - Russland darf sich davon, noch dazu in Krisen Zeiten, keine "Geschenke" erwarten - denn beide wissen bestimmt ganz genau, wer die Raketen abgeschossen hat, und Russland und der Welt wollen sie dafür keinen Beweis liefern.
    Und solange in der Welt Lügen mehr verbreitet sind als gutes Miteinander, wird sich das nicht ändern!

  • Gehag

    Veröffentlicht: 10. August 2022 14:21 pm

    Manfred SCHARTOW@
    Veröffentlicht: 10. August 2022 10:12 pm

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe -> "ist die zugelassene Preistreiberei ein Subventionsprogramm".
    Wie sollte sich die Politik der russischen Wirtschaft (> Fördermaßnahmen?), Ihrer Meinung nach, in dieser Situation verhalten? ".....ja für wem ?"

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 10. August 2022 14:25 pm

    Da hier schon ein Link zum Anti-Spiegel gesetzt wurde, möchte ich darauf hinweisen, daß Thomas Röper dort heute einen Reisebericht zum Gefängnis Jelenovka veröffentlicht hat, das von ukrainischen Raketen getroffen wurde, um die eigenen Leute auszuschalten. Ich finde den Artikel sehr wichtig. In den westlichen Propagandamedien wird der Vorgang natürlich nicht wahrheitsgemäß dargestellt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 10. August 2022 22:32

      ... den Link habe ich übersehen ... Ich schätze T. Röper mit seiner Arbeit, aber auch Links zu seinen Veröffentlichungen werden von mir gelöscht ... es ist einfach eine Prinzipfrage auf meinem Portal. Ich möchte nicht die Zustände zulassen, wie sie auf meinem Telegram-Kanal herrschen, wo ich nicht mehr weiß, wie ich mich dort richtig verhalten soll - eigentlich müsste dort die Kommentarfunktion abgeschaltet werden.

  • felix

    Veröffentlicht: 10. August 2022 14:28 pm

    Die Franzosen sind gerne in der EU, weil selbst sie dadurch vom starken Deutschland profitieren können, wenn wir schwächeln würden, würde ihnen ein wirtschaftlicher Vorreiter fehlen.
    Eigentlich haben wir mit ihnen ähnliche Voraussetzungen, aber die Franzosen verstehen besser zu leben, wir besser und mehr zu arbeiten.
    "Zeitzünder-Bomben hatten sie historisch und gegenwärtig viel mehr als wir".

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung