Telegram-Kanal-Informationen vom 18. August 2022

Telegram-Kanal-Informationen vom 18. August 2022
 
„Kaliningrad-Domizil“ informiert auf seinem Telegram-Kanal „Baltische Welle“ über Ereignisse in und um Russland in Kurzfassung. Der Beitrag wird im Verlaufe des Tages ständig mit aktuellen Informationen und Nachrichten ergänzt.
 
 
Die Firma „Siemens“, welche die Gasleitung „Nordstream-1“ servicetechnisch betreut, fährt erstmals seit 12 Jahren Verluste ein. Dies geht aus der Halbjahresbilanz der Firma hervor. Es wird eine Verlustsumme von 1,66 Milliarden Euro ausgewiesen. Als Grund wird die Anteilsabschreibung von „Siemens Energy“ angegeben. Die Verluste gehen einher mit einem Ansteigen des Umsatzes um 11 Prozent, was die trotzdem entstandenen Verluste noch dramatischer erscheinen lässt. Die Entscheidung der Firma Siemens, Russland zu verlassen, hat der Firma Kosten in Höhe von 442 Mio. Euro verursacht. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Verluste die deutsche Wirtschaft bereit ist zu ertragen, um russophobe Ambitionen einiger hochbezahlter Politiker zu befriedigen.
 
Anscheinend gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem Oberkommandierenden der ukrainischen Streitkräfte. Gerüchte hierzu werden in verschiedenen russischen Medien verbreitet, die sich auf Veröffentlichungen in ukrainischen Quellen beziehen. Meinungen von russischen militär- und politischen Experten, ob es zu einer Ablösung des Oberkommandierenden kommt, gehen auseinander. Spekuliert wird, dass er den Posten des Verteidigungsministers erhalten könnte. Dies soll den Interessen des Oberkommandierenden widersprechen. Ausgangspunkt könnte die Forderung Selenskis sein, die angekündigte Großoffensive zu beginnen. Der Oberkommandierende kennt jedoch die Lage und weiß, dass die ukrainische Armee hierzu nicht in der Lage ist. Am 17. August sprach der Oberkommandierende von einer schwierigen Lage der ukrainischen Armee.
 
Das russische Verteidigungsministerium hat seine Serie von Gesprächen mit Militärs aus Ägypten, Pakistan und dem Sudan durchgeführt. Die Treffen fanden im Rahmen des Forums „Armee“ statt, welches gegenwärtig im Park „Patriot“ in Moskau stattfindet. Gespräche fanden auf der Ebene Minister oder Stellvertretender Minister statt.
 
Das deutsche Visazentrum in Kaliningrad informiert, dass es keine Termine für die Entgegennahme von Visaanträgen bis Jahresende mehr gäbe. Der Antrag auf Visa darf nicht früher als sechs Monate vor dem geplanten Reiseantritt gestellt werden. Damit reiht sich Deutschland in die gegenwärtige Tendenz der Schengenstaaten ein, russischen Bürgern keine Visa zur Einreise in die Europäische Union zu erteilen.
 
Der Pressedienst der Europäischen Kommission für Innere Angelegenheiten informiert, dass jedes Mitgliedsland der Union das Recht habe, individuell zu entscheiden, welche Einschränkungen man bei der Visavergabe an russische Bürger zulässt. Die Mitgliedsländer müssen nicht auf eine zentral koordinierte Entscheidung durch die Europäische Union warten. Ausnahmen bei der Einschränkung der Visavergabe können für Familienangehörige, Journalisten, Dissidenten und für humanitäre Fälle zugelassen werden – sagte der Pressedienst. Bisher haben folgende Länder die Visavergabe an russische Bürger eingestellt: Tschechien, Estland, Lettland, Litauen. Dänemark und Niederlande vergeben keine Kurzvisa. Finnland wird ab September die Visaquoten um zwei Drittel kürzen. Deutschland tritt gegen Visaeinschränkungen auf, erklärt aber gleichzeitig, dass keine Termine für Visavergaben bis Jahresende zur Verfügung stehen.
 
Sämtliche Mengen an Kohle, die eigentlich im Monat Juli in die Länder der Europäischen Union verkauft werden sollten, deren Import aber von den EU-Mitgliedsländern im Rahmen der gegen Russland verhängten Sanktionen abgelehnt wurde, wurden an Indien und China verkauft. Somit änderte sich das Exportvolumen Russlands im Bereich der Energieträger nicht. Russische Medien informieren, dass sich der Import von Kohle aus Russland für die beiden Länder im Juli um 42 bzw. 60 Prozent erhöht hat. China hat auf dem Seeweg 6,7 Mio. Tonnen und Indien zwei Millionen Tonnen Kohle erhalten. Beide Länder kaufen die Kohle mit hohen Preisnachlässen ein und sind eindeutige Sieger in der gegenwärtigen Konfliktsituation.
 
Kaliningrader Unternehmer kommentieren, dass es, ungeachtet der Aufstockung der Fähren auf der Strecke Russland-Russland, zu einer weiteren Verschärfung des Problems der Transportlogistik kommt. Hinzu kommt, dass die Transportkosten erheblich gestiegen sind, obwohl eigentlich aus föderalen Mitteln eine Subvention in dem Umfang erfolgen sollte, dass der Seetransport nicht teurer wird als der bisherige Transittransport per Eisenbahn durch Litauen. Die in das Gebiet auf dem Seeweg transportierten Waren verteuern sich um 20-30 Prozent. Weiterhin gibt es lange Wartelisten für einen Platz auf den Fähren. Die Fähren sind bereits bis Oktober ausgelastet.
 
Russische Medien berichten über die Verhaftung von zwei Mitarbeitern des Saporosher Atomkraftwerkes. Diese hatten der ukrainischen Artillerie Zielzuweisungen für den Beschuss des Atomkraftwerkes übermittelt. Während des ersten Verhörs haben die Beiden ausgesagt, dass sie sich bei der Übermittlung der Angaben nichts weiter Schlechtes gedacht haben. Sie interessieren sich nicht für Politik und haben nicht weiter über ihre Handlungen nachgedacht. Die Untersuchungsorgane kommentieren, dass dies die typische Reaktion derjenigen ist, die man wegen derartiger verbrecherischer Handlungen dingfest machen konnte. Beiden droht eine lebenslängliche Gefängnisstrafe wegen internationalem Terrorismus. Wenige Tage zuvor wurden zwei Diversanten gefangen genommen. Sie führten Minen und Signalgeber mit sich, um der ukrainischen Artillerie Signale zu übermitteln.
 
Der stellvertretende Sekretär des russischen Sicherheitsrates Dmitri Medwedjew hat die Europäer aufgerufen, ihre Regierungen zum Rücktritt zu treiben. Es ist bereits jetzt ersichtlich, dass die Bevölkerung mit den europäischen Regierungen unzufrieden ist. Man wird sich langsam bewusst, dass die Sanktionspolitik zu kalten Wohnungen und leeren Kühlschränken führen wird. Deshalb müssen die Europäer ihre Regierungen zur Verantwortung ziehen. Es ist nicht ausreichend, wenn die Bürger nur im Stillen unzufrieden sind, es bedarf schon etwas mehr, um die Situation zu korrigieren. Wenn der Preis für die europäische Demokratie kalte Wohnungen und leere Kühlschränke ist, so scheint diese Demokratie wohl für Wahnsinnige bestimmt zu sein – so Medwedjew. Medwedjew erinnerte, dass es bereits in vier europäischen Ländern zum Rücktritt der Regierung gekommen ist. Russland wird aufmerksam die Entwicklung verfolgen und auch den europäischen Bürgern zuhören.
 
Das russische Verteidigungsministerium hat die Situation rund um das Atomkraftwerk in Saparosche und die möglichen Folgen eines erfolgreichen Angriffs der ukrainischen Truppen eingeschätzt. Von einer Zerstörung, auch wenn es nur einen einzigen Reaktor betreffen sollte, wäre in erster Linie das Baltikum betroffen, wohin die Wolke ziehen wird. Aber auch Skandinavien wird betroffen sein. Die Wolke wird sich auch bis Berlin ausdehnen – so die Prognose. Der Chef der russischen Einheiten für den Schutz vor Massenvernichtungswaffen zeigte auf einer Karte die Ausdehnung der möglichen radioaktiven Wolke. Darauf ist zu sehen, dass auch Polen, Deutschland, die Slowakei, Rumänien und Moldawien betroffen sein werden. Man gehe davon aus, dass ein Störfall ähnliche Folgen haben werde, wie der Störfall im japanischen Fukushima. Im Verteidigungsministerium wies man darauf hin, dass es zu einer Massenflucht in den betroffenen Regionen kommen könnte.
 
Das russische Verteidigungsministerium informiert, dass die Struktur des Kaliningrader Militärkreises mit drei Flugzeugen des Typs MIG-31 vervollständigt wurde. Diese Flugzeuge sind mit Hyperschallraketen des Typs „Kinschal“ (Dolch) ausgestattet. Die Flugzeuge sind auf dem Airport an der Stadtgrenze Kaliningrads in Tschkalowsk stationiert. Sie wurden in das diensthabende System integriert. Während der Überführung aus Russland nach Russland wurden Übungselemente abgearbeitet und das Zusammenwirken mit Jagdfliegerformationen der sechsten Luftarmee Russlands, der Seefliegerkräfte der Ostseeflotte und Systemen der Luftverteidigung trainiert.
 
 
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Kommentare ( 8 )

  • felix

    Veröffentlicht: 18. August 2022 15:53 pm

    Die "Russophobie" ist seit der Russischen "Krim-Heimholung" und dem Russischen "Krieg" gegen sein Bruderland verständlicherweise auch bei uns im Volk deutlich mehr geworden - die Angst wurde und wird durch die Angel-Sachsen aber auch seit dem letzten Weltkrieg geschürt - und sie war trotzdem immer klein geblieben.
    "Wenn man sich vorstellt, die Angel-Sachsen, stammen aus einem Gebiet was kurz auch mal DDR war".

  • felix

    Veröffentlicht: 18. August 2022 16:40 pm

    Uwe, als Ergänzung zu Ihrem Siemens-Artikel könnte man auch sagen, wie es vor unserer Zeit hieß - ein Volk, ein Reich, ein Führer - früher war es Hitler, heute die Angel-Sachsen.
    Das Deutsche Volk hat sich nicht verändert, leider.

  • Rainer

    Veröffentlicht: 18. August 2022 17:07 pm

    felix, wenn Rußland Krieg gegen die Ukraine führen würde, gäbe es die Ukraine nicht mehr!

  • felix

    Veröffentlicht: 18. August 2022 21:30 pm

    Rainer, deswegen habe ich ihn in Anführungszeichen gesetzt. Aber für die Opfer macht es keinen Unterschied, wenn sie Tot, Verletzt, oder Vertrieben sind.

  • felix

    Veröffentlicht: 18. August 2022 22:11 pm

    Rainer, noch ein zu bedeutender Nachtrag den ich im letzten Kommentar leider vergessen habe - Opfer sind auch die Kriegsgefangenen beider Seiten, die wenn ich es richtig verstanden habe, nach Internationalen Kriegsrecht von Russland und den Separatisten behandelt werden - warum, wenn es kein Krieg ist ? Und in der Ukraine ist es nicht besser.

  • Rainer

    Veröffentlicht: 19. August 2022 08:45 pm

    felix, ich habe die Anführungszeichen nicht übersehen! Sollen die Anführungszeichen bedeuten, Krieg, der eigentlich doch keiner ist, oder was? Du könntest z.B. den Begriff: „Konflikt“ verwenden, damit eckst Du nirgends an. Außerdem sehe ich einen Widerspruch in Deinen Kommentaren. Wenn Du sie genau analysierst, wirst auch Du ihn erkennen.
    Bitte nicht mehr hierauf antworten, von meiner Seite ist Alles gesagt.

  • Uwe Erich Niemeier

    Veröffentlicht: 19. August 2022 08:52 pm

    "felix" ist es gelungen, dass er nun schon den zweiten oder dritten Tag im Zentrum der Aufmerksamkeit auf diesem Portal steht. Das gelingt noch nicht mal dem russischen Präsidenten Putin. Ich schlage vor, dass wir uns wieder den wirklich wichtigen Themen des Alltags widmen. Wirklich wichtige Themen für mich sind z.B. wieviele Straßenbahnlinien die Stadt Kaliningrad hat und über wie viele "Dolche" Kaliningrad verfügt ... Worin der Zusammenhang besteht und ob es überhaupt einen Zusammenhang gibt, habe ich während meines Sauna-Besuches am Freitagmorgen geklärt ... und Sie werden es bald erfahren.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 19. August 2022 10:42 pm

    Uwe!
    Einem klugen, kleinen Italiener, der wirklich etwas wußte, legte man den bedeutenden, abschließenden Satz in den Mund:
    "Und sie dreht sich doch!"
    Das war eine Aussage !

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