Telegram-Kanal-Informationen vom 29. September 2022

Telegram-Kanal-Informationen vom 29. September 2022
 
„Kaliningrad-Domizil“ informiert auf seinem Telegram-Kanal „Baltische Welle“ über Ereignisse in und um Russland in Kurzfassung. Der Beitrag wird im Verlaufe des Tages ständig mit aktuellen Informationen und Nachrichten ergänzt.
 
 
Die verantwortlichen Politiker der vier ukrainischen Gebiete/Republiken, in denen Referenden stattgefunden haben, sind in Moskau am späten Mittwochabend eingetroffen. Alle gehen davon aus, dass ihre Gebiete in Wochenfrist Subjekte der Russischen Föderation werden.
 
Liest man die offiziellen Stellungnahmen russischer Politiker in den Medien (z.B. die Stellungnahme des russischen Botschafters in den USA Antonow) und hört man aufmerksam zu, bei Gesprächen die nicht in den Zeitungen veröffentlicht werden, erhält man den Eindruck, als ob den USA bewusst ist, dass ihre Ära, ihre unipolare Herrschaft zu Ende geht und ihnen egal ist, was danach passiert, da sie diesen Prozess nicht mehr aufhalten können … ähnlich wie im April 1945, als ein unipolarer Herrscher meinte: Deutschland hat mich nicht verdient… meinen die USA wohl: Die Welt hat uns nicht verdient. Es scheint, als ob die Amerikaner den Konflikt mit der Atommacht Russland suchen und wollen.
 
Die russische Notarius-Kammer informiert, dass vor dem Hintergrund der Teilmobilmachung, die Anzahl der ausgestellten Eigentums-Generalvollmachten für Dritte sprunghaft angestiegen ist. Dies wird benötigt, wenn der Besitzer selber über sein Eigentum nicht mehr verfügen kann, da er entweder im Fronteinsatz ist oder anderweitig keine Verfügungen treffen kann. Ähnliches wird dann wohl auch in anderen Ländern zu erwarten sein, wenn die Situation sich so entwickelt, wie sie sich gegenwärtig immer deutlicher abzeichnet.
 
Die Europäische Kommission bereitet ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland vor. Diesmal wird es etwas schwerer werden, dem europäischen Bürger die Notwendigkeit dieser Sanktionen zu erklären, denn es soll der Import von Toilettenpapier, Deo-Mitteln und Seife aus Russland verboten werden. Eigentlich handelt es sich doch um Artikel, die dringend benötigt werden, um die Auswirkungen von Energiesparmaßnahmen (Duschen, Toilettengänge usw), zu kompensieren. Wenn das Toilettenpapier in der Europäischen Union knapp wird, so müsste nach einfacher Logik, der Wasserverbrauch steigen – also ein kontraproduktiver Sanktionsprozess.
 
Der türkische Präsident Erdogan zeigt unerschütterlichen Optimismus beim Blick in die Zukunft. Im Rahmen eines Gespräches mit Journalisten informierte er, dass er mit dem russischen Präsidenten Putin über den Bau eines Atomkraftwerkes an der türkischen Schwarzmeer-Küste gesprochen habe.
 
Die amerikanische Botschaft in Russland verbreitet auf ihrer Internetseite den Aufruf an alle in Russland befindlichen US-Bürger, dass Land umgehend zu verlassen. Gleichzeitig wird eine Reisewarnung für Russland ausgesprochen. Es gäbe gegenwärtig noch einige Möglichkeiten, dass Land verlassen zu können. Dies müsse aber privat organisiert werden. Begründet wird diese Aufforderung mit der Verkündung der Teilmobilmachung in Russland. Es bestehe die Gefahr, dass Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft in die russische Armee einberufen werden.
 
Der Vorsitzende der russischen Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin schlug vor, die durch russische Staatsbürger, die nach der Teilmobilmachung aus dem Land ausgereist sind, an der Grenze zurückgelassenen Fahrzeuge zu beschlagnahmen und Familien von Armeeangehörigen zu übergeben, die an der Front kämpfen. An einer Reihe von Grenzübergängen wurde die Möglichkeit geschaffen, diese zu Fuß zu überqueren, da eine Abfertigung ohne PKW viel schneller geht. Gegenwärtig sollen sich die Warte- und Abfertigungszeiten auf mehrere Tage erstrecken. Einheimische Bürger vor Ort schlagen den Ausreisewilligen vor, deren Fahrzeuge für wenig Geld aufzukaufen. Die Situation erinnert stark an Bilder, die aus dem Jahre 1989 stammen und Situationen an der tschechischen und ungarischen Grenze zeigten.
 
Russland hat begonnen, an den Grenzübergängen zu benachbarten Ländern, die durch russische Staatsbürger zur Ausreise genutzt werden, um der möglichen Einberufung zu entgehen, mobile Einberufungspunkte aufzustellen. Wer ausreisen will, muss durch den Mobilmachungspunkt und erhält möglicherweise seinen Einberufungsbefehl. Diejenigen, die keinen Einberufungsbefehl erhalten, können somit zumindest gewiss sein, dass sie nicht gegen das Mobilmachungsgesetz bei der Ausreise verstoßen haben.
 
Der erste Blick aus den Fenstern des Gästehauses der russischen Staatsduma auf die Stadt, die in den nächsten Tagen im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit stehen wird.
 
 
Russische Medien informieren über einen möglichen Besuch des russischen Präsidenten Putin im Nachbarstaat Kasachstan. Als vermutliches Besuchsdatum wird der 13/14. Oktober genannt.
 
Der russische Senator im Föderationsrat und Vorsitzender des Ausschusses für den Schutz der staatlichen Souveränität Andrej Klimow kommentiert, dass die russischen Bürger, die sich ins Ausland abgesetzt haben, um der Teilmobilmachung zu entgehen, auch wieder ins Land zurückkehren können. Sollten sie nicht gegen Gesetze verstoßen haben, werden sie auch nicht zur Verantwortung gezogen. Wie sie allerdings gegenüber ihren Mitbürgern, die ihrer Pflicht gegenüber dem Staat nachgekommen sind, zukünftig moralisch begegnen werden und wie sie von der Gesellschaft überhaupt akzeptiert werden, ist ihr ganz persönliches individuelles Problem. Entsprechend der russischen Verfassung kann jeder Bürger frei das Land verlassen, wenn es keine konkreten gesetzlichen Einschränkungen gibt – ergänzte der Senator.
 

Der schwedische Küstenschutz informiert, dass ein viertes Leck an den Gasleitungen Nordstream entdeckt worden ist. Zwei der vier Lecks befinden sich in schwedischen Hoheitsgewässern. Russlands Generalstaatsanwaltschaft hat die Vorfälle als „Akt internationalen Terrorismus“ eingestuft und eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates einberufen.

Nun hat sich auch der türkische Präsident Erdogan, ähnlich wie die exBundeskanzlerin Merkel zu qualitativen Führungseigenschaften des russischen Präsidenten zu Wort gemeldet. „Wenn er von etwas überzeugt ist, dann tut er dies auch“, - so der türkische Präsident über Putin. Er tätigte diese Äußerungen vor dem Hintergrund der durchgeführten Referenden und deren mögliche Folgen – d.h. die Aufnahme der Regionen in den Bestand der Russischen Föderation. Wenn Frau Merkel und jetzt Herr Erdogan sich über die konsequenten Führungseigenschaften Putins äußern, möchte „Baltische Welle“ nochmals an die Vorstellungen des russischen Präsidenten über die europäische Sicherheit, geäußert im Dezember 2021, erinnern. Bisher hat Putin von diesen Vorstellungen keinen Abstand genommen.

Moskau Eindrücke Teil 4
Baltische Welle erhielt die Möglichkeit, Alexander Iltjakow, Abgeordneter der russischen Staatsduma für das Gebiet Kurgan, ein paar Tage in einer schicksalhaften Zeit zu begleiten. Der Arbeitstag beginnt ...
 
 
Moskau Eindrücke Teil 5
Baltische Welle begleitet Alexander Iltjakow, Abgeordneter der russischen Staatsduma für das Gebiet Kurgan, am Vorabend einer schicksalhaften Ansprache des russischen Präsidenten, in die russische Volksvertretung. Ich gewinne einen kleinen Eindruck in den Duma-Apparat und lerne interessante Menschen kennen. Begleiten Sie mich.
 
 
Moskau Eindrücke Teil 6                          
Baltische Welle begleitet Alexander Iltjakow, Abgeordneter der russischen Staatsduma für das Gebiet Kurgan, am Vorabend einer schicksalhaften Ansprache des russischen Präsidenten, in die russische Volksvertretung. Nach einem intensiven Arbeitstag sind wir auf dem Weg nach Hause und Alexander Iltjakow kommentiert die aktuelle Situation.
 
 
 
 
 
 

 

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Kommentare ( 4 )

  • Detlef

    Veröffentlicht: 29. September 2022 11:39 pm

    Im Zusamenhang mit den Sprengungen der Nordstream-Gasleitungen wurde berichtet, dass von Schweden 2 Explosionen mit einer Stärke von 100 kt TNT-Äquivalent gemessen wurden. In wikipedia steht, dass eine Menge, die 11 kt TNT erreicht, 9,5 t wiegt. 100 kt TNT würden also eine Masse von 86 t reinen Sprengstoff (+Zubehör) erfordern. Es erscheint mir fast unmöglich zu sein, eine derartige Menge Sprengstoff in einer Wassertiefe von 70m anzubringen (Der Druck in der Leitung fiel von 300 at auf 7at. Der Wasserdruck in 70m beträgt 7 at). Bei wikipedia wurde gesagt, dass die größte konventionelle Bombe der Amerikaner eine Sprengkraft von 11 kt und eine Aerosolbombe der RF 44 kt (weltstärkste Bombe) besitzen.
    Für mich gibt es nur einen logischen Schluss: Es wurden Mini-Nukes eingesetzt, kleine Plutonium-Atombomben (sog. Rucksack- oder Kofferbomben).
    Zum Vergleich: Die Uran-Bombe in Hiroshima hatte eine Sprengkraft von 13,4 kt TNT.

  • loyalo nilats gleichgesinnter

    Veröffentlicht: 30. September 2022 10:05 pm

    die sprengung der pipeline ist ein weiterer versuch, russland aus der reserve zu locken. ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß die deutsche regierung dies vorab stillschweigend geduldet hat wenn nicht sogar anstifter dazu war. warum? möglich wäre folgende konstellation: die superschlauen haben mitbekommen, daß der volksaufstand sehr real sein könnte. darum hat man gaslieferungen doch eingeplant, vielleicht schon hinter den kulissen verhandelt. und dann wurde eine möglichkeit gefunden zu sagen, wir wollten ja, aber dann hat jemand,(natürlich russland selbst, völlig logisch) die eigene leitung gesprengt. und nun können wir ja nicht mehr. weiterer vorteil, man kann sich mit dem argument des zieles der energie sicherheit alles schwachsinnige genehmigen, was die "erneuerbaren" betrifft. bin gespannt, ob irgend jemandem gelingt beweise für die täterschaft vorzulegen. wenn gegen russland, dann wahrscheinlich solch überzeugende, wie im fall nawalny. 100% toxisch, aber der überlebt. poka.

  • Detlef

    Veröffentlicht: 30. September 2022 11:52 pm

    @loyola "die sprengung der pipeline ist ein weiterer versuch, russland aus der reserve zu locken."
    1. Es ist neben den Sanktionen ein weiterer Angriff auf russisches (Teil-) Eigentum
    2. Russland wird den Einsatz von Mininukes registrieren.
    3. Die Wirtschaft der BRD wird zerstört und in der Folge wird der Lebensstandard in Richtung Mittelalter minimiert
    4. Die Bevölkerung wird durch die in diesem Winter zu erwartende Kälte und den Hunger reduziert (um es vorsichtig zu formulieren).

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 30. September 2022 17:32 pm

    Detlef
    Veröffentlicht: 30. September 2022 11:52 pm

    Wozu das Ganze?
    Die USA wollen die Herrschaft über die EU, vor allem die politische und wirtschaftliche absolut festigen. Das geistige Wirtschaftspotential wird in den USA konzentriert, wenn nötig einfach eingekauft.
    Diese Pipelines waren dem Biden als auch seinen Vorgängern stets ein großer Balken im Auge. Nicht umsonst hat ja Biden gedroht, daß die NS2 niemals ans gehen werde. Und? Nach den Explosionen hat sich dieser alte Kriegsverbrecher doch öffentlich und fröhlichen Gesichts dahingehend geäußert, daß nun alles erledigt sei.
    Die Gefahren, daß sich die Volksaufstände im Osten ausweiten könnten und Scholz gezwungen wäre, die NS2 zu öffnen, ist nun kurzerhand vom Tisch. Wobei Journalisten von RT von den verschiedensten deutschen Stellen, die auch Überwachung der Ostsee im zivilen und biologischen Bereich, keinerlei Auskünfte erhielt.

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