Ukrainischer Präsident im ersten Frontgraben – Die Tonlage wird eindeutiger

Ukrainischer Präsident im ersten Frontgraben – Die Tonlage wird eindeutiger
 
Der ukrainische Präsident begibt sich zur Front. Der russische Präsident spricht mit der deutschen Bundeskanzlerin. Die deutsche Bundeskanzlerin stellt Forderungen an Russland. Kosak spricht Klartext.
 
 
Der ukrainische Präsident Selenski hat sich nach Gesprächen mit dem NATO-Generalsekretär und anderen militärischen Vertretern der NATO in die vorderste Frontlinie im Donbass begeben, dorthin, wo es nach ukrainischen Informationen, die häufigsten Zwischenfälle gibt.
 
Videobegleitung: Ukrainischer Präsident an der Frontlinie
 
Der ukrainische Präsident unterhielt sich mit den Soldaten im vordersten Graben, bedankte sich für ihren Dienst und verteilte Geschenke und Auszeichnungen.
 
„Sie sind der echte Beweis für Heldentum und Selbsthingabe. Wir werden uns an jeden Kämpfer erinnern, der gefallen ist und der unseren Staat geschützt hat“, erklärte der ukrainische Präsident.
 
Anschließend nahm er ein Mittagessen, gemeinsam mit Soldaten, in der Soldatenkantine ein.
 
Im Vorfeld des Frontbesuches durch den Präsidenten, äußerte sich der ehemalige Kommandeur des Asow-Regimentes Andrej Biletzki. Er gab dem ukrainischen Präsidenten Ratschläge, wie er den Kampfgeist der Truppe anheben könnte und nannte den ukrainischen Präsidenten dabei „Ungedienten Drückeberger in Schutzweste mit dem Arsch nach vorne“. Er empfahl dem Präsidenten die Soldaten in Ruhe zu lassen, damit sie ihren Dienst versehen können.
 
 
Gleichzeitig wurde bekannt, dass der russische Präsident Putin und die deutsche Bundeskanzlerin Merkel ein Telefongespräch führten. Putin informierte die deutsche Kanzlerin, dass die ukrainischen Verantwortlichen die Situation gezielt verschärfen, provozieren und es unbedingt notwendig ist, die Minsker Vereinbarungen einzuhalten.
 
Als Antwort forderte die deutsche Bundeskanzlerin den russischen Präsidenten auf, die Konzentration russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine zu beenden.
 
Der russische Präsident Putin nutzte die Gelegenheit, um die deutsche Bundeskanzlerin über die Arbeit ausländischer Medien und von in Russland tätigen Nichtregierungsorganisationen zu informieren. Frau Merkel zeigte Interesse an der aktuellen Situation des russischen Bürgers Alexej Nawalny. Präsident Putin setzte die Bundeskanzlerin in Kenntnis.
 
Dmitri Kosak, der stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung des russischen Präsidenten Putin und verantwortlich für die Arbeit mit ehemaligen Sowjetrepubliken, erklärte, dass, wenn Kiew mit Kampfhandlungen gegen den Donbass beginne, dies der Anfang vom Ende der Ukraine sein wird.
 
Sollten die Kampfhandlungen im Donbass im vollen Maße wieder aufgenommen werden, so sieht sich Russland gezwungen, Maßnahmen zum Schutz der russischen Staatsbürger einzuleiten. Mit Stand Februar 2021 haben rund 600.000 Bürger der Republiken Donezk und Lugansk die russische Staatsbürgerschaft erhalten.
 
„Alles hängt davon ab, wie groß der Brand wird. Wenn es dort, wie unser Präsident sagte, zu einem Srebrenica kommt, so sind wir gezwungen, den Schutz zu übernehmen“, - so Kosak in einem Gespräch mit Experten des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften.
 
Kosak schätzt ein, dass die bewaffneten Kräfte der beiden Republiken recht gut gestärkt sind und genügend Erfahrungen zur Abwehr von Angriffen haben.
 
Dmitri Kosak erwähnte Einschätzungen ukrainischer Experten, die vor einem Untergang der Ukraine warnen und kommentierte, dass er sich diesen Einschätzungen anschließe. Der Beginn von Kampfhandlungen ist auch gleichzeitig der Anfang vom Ende der Ukraine. Das ist Selbstmord, man schießt sich in den eigenen Fuß.
 
Kosak versicherte, dass es nicht das Ziel Russlands ist, das ukrainische Territorium zu erobern oder die Souveränität der Ukraine zu vernichten. Unser Interesse besteht an freundschaftlichen Grenzen, an einem ruhigen, stabilen Staat. Mehr wollen wir nicht, von niemandem.
 
Kosak vertrat die Ansicht, dass man, den guten Willen aller Beteiligten vorausgesetzt, alle Probleme innerhalb von einem Jahr lösen kann.
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