USA und EU wollen Russland nicht verstehen

USA und EU wollen Russland nicht verstehen
 
Das russische Außenministerium hat, wenige Stunden vor Beginn der Verhandlungen über Sicherheitsgarantien mit westlichen Staaten, ausgeschlossen, dass es Seitens Russlands einseitige Zugeständnisse geben wird. Der Westen will nicht verstehen, was Russland beunruhigt.
 
 
Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow erklärte, dass Moskau nicht die Absicht habe, einseitige Kompromisse im Rahmen der bevorstehenden Gespräche zu machen. Die USA scheinen aber darauf zu hoffen, denn sie entziehen sich gegenwärtig konstruktiver Gespräche und beginnen gegenüber Russland zu spekulieren. Russland ist beunruhigt über die Signale, die man aus Washington und Brüssel gegenwärtig erhält.
 
„Um es kurz zusammenzufassen, sie verstehen einfach nicht, um was es uns geht. Wir brauchen juristische Garantien, rechtsverbindliche Garantien, über eine Nichtausweitung der NATO, über die Liquidierung all dessen, was die Allianz seit 1997, unter Nutzung von Russophobien und Lügen über unsere Politik, geschaffen hat“, - so der stellvertretende Außenminister Rjabkow.
 
In weiteren Beiträgen informieren die russischen Medien über geplante Schritte seitens der USA und ihrer Verbündeten gegen Russland.
 
Die USA planen Sanktionen gegen Russland analog denen, die gegen Kuba, Iran, Syrien und Nordkorea verhängt worden sind. Das bedeutet, dass keine Waren, die in den USA produziert werden, nach Russland exportiert werden dürfen. Gleiches trifft auch auf Waren zu, die außerhalb der USA, im Rahmen von Lizenz- und anderen Vereinbarungen produziert werden. Genannt wurden als Beispiele Elektronikwaren aller Art, Computer-Software und damit im Zusammenhang stehende Technologien. Betroffen ist auch die gesamte tägliche Verbrauchertechnik wie Bügeleisen, Waschmaschinen, Fernseher, egal ob diese in den USA oder im Ausland produziert wurde.
 
Kommentiert wird, dass die USA nicht planen, bei diesen Sanktionen in Einzelschritten vorzugehen. Man werde sofort ein vollständiges Embargo verhängen und sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten. Man werde auch auf die Verbündeten Einfluss nehmen, damit diese sich diesen neuen Sanktionen anschließen. Ziel ist, das russische Wirtschafts- und Finanzsystem an seinen empfindlichsten Stellen zu treffen.
 
In einem Beitrag schreibt die Zeitung „The New York Times“, dass es nicht ganz klar ist, ob sich derartige Sanktionen auf das Verhältnis der Russen zu ihrem Präsidenten Wladimir Putin negativ auswirken oder aber sich der Unmut der Russen gegen die USA richten wird.
 
Weiterhin planen die USA:
 
  • Maßnahmen gegen die größten russischen Finanzinstitute, die sich mit internationalen Überweisungen beschäftigen
  • Sanktionen gegen russische Jagdflugzeuge, das System der russischen Luftverteidigung und der Anti-Satelliten-Verteidigung
  • Sanktionen gegen innovative Technologien, gegen künstliche Intelligenz und Quant-Technologien.
 
Das Weiße Haus hatte die bisherigen Sanktionen, die gegen Russland verhängt worden sind, analysiert und war zu dem Schluss gekommen, dass die Sanktionen Wirkung gezeigt haben, aber die strategischen Ziele nicht erreicht wurden.
 
CNN meldete am Wochenende, dass es eine Reihe von US-Beamten gibt, die vor derartigen Schritten warnen. Man befinde sich in den USA im Wahljahr und Russland könnte mit Cyberangriffen auf die wichtigsten Infrastrukturobjekte der USA und Europa antworten. Ebenso vermutet man eine Anhebung der Gaspreise durch Russland.
 
 
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Kommentare ( 6 )

  • felix

    Veröffentlicht: 9. Januar 2022 21:31 pm

    Der Artikel macht keinen Spaß wenn man ihn liest, vor potentiell wichtigen Verhandlungen "gehört das zum Spiel" - was Russland von sich gibt hört sich im Westen aber ähnlich an.
    Die angesprochenen Sanktionen sind doch vielleicht für den Fall eines Russischen Einmarschs in die Ukraine ? wenn nicht kann sie doch Russland in die Verhandlungen einbeziehen.
    In Verhandlungen braucht jede Seite einen Ziel-Plan, damit kann man sein Ziel immer vor Augen haben, und muß auch zu beidseitigen Kompromissen bereit sein wenn man seinem Ziel im Notfall nur nahe kommt.
    In Verhandlungen muß jeder Mal etwas nachgeben, keine Seite darf das nur von der Gegenseite erwarten.
    Aus westlicher und aus meiner Sicht muß Russland, wenn es Mal Ordnung schaffen möchte, zu Krim und Ostukraine an die Ukraine einen annehmbaren Vorschlag unterbreiten, ohne so etwas wird der Westen Russland wahrscheinlich wenig Entgegenkommen zeigen.
    Denn territoriale Integrität ist jedem Land wichtig, auch Russland.
    Zeichen Ende ...

  • felix

    Veröffentlicht: 9. Januar 2022 21:50 pm

    Die finanziellen Nachteile von ungerechtfertigten Sanktionen, kann Russland vielleicht als Gegensanktionen auf die Gaspreise aufschlagen ?
    Das wurde schon mehrfach zwischen EU / Deutschland mit den USA oder umgekehrt gemacht ?

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 10. Januar 2022 11:22 pm

    Frau Nehme!
    Indem ich davon ausgehe, daß Sie schon vor mehr als 50 Jahren aufgrund von östlicher Abhängigkeit weiter Teile Europas bezüglich der Energieversorgung beunruhigt waren, also bislang grundlos, erscheint Ihnen der "Gashahn" auch weiterhin bedenklich. Das ist Ihr gutes Recht, aber wie weiter? Sie, und bedauerlicherweise Millionen Deutscher leben in einem Land, dessen einzige Potenz in der Fähigkeit liegt, mit Hilfe von Hirn und viel Energie seinen gehobenen Lebensstandard zu sichern. Umgeben von fremdländischen Meilern, und im Besitz von Hochtechnologie bezüglich der Verbrennung fossiler Grundstoffe, verzichten wir auf all das in der Hoffnung, grün-utopisch, mittels Windmühlen und Abdeckung landwirtschaftlicher Nutzflächen das Klima zu retten -
    mit ZWEI PROZENT ANTEIL AM GESAMTGESCHEHEN -
    statt Vorhandenes mit Hochdruck in der Forschung als Übergangstechnologie zu nutzen!
    Der Versuch, die Wasserversorgung fremden Mächten auszuliefern, war nicht unüberlegt, sondern kriminell

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 10. Januar 2022 13:08

      ... starker Kommentar. Besten Dank.

  • felix

    Veröffentlicht: 10. Januar 2022 11:57 pm

    Wenn der Westen fordert dass Russland schon vor den Verhandlungen deeskalieren soll, kann Russland kontern : sobald der Westen die bestehenden Sanktionen, Embargos, Geldeinfrierungen aufhebt kann man darüber reden.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 10. Januar 2022 21:22 pm

    Meiner Ansicht nach, ist die Zeit für Rußland vorbei, ständig zu versuchen, alles in Ruhe und diplomatisch zu regeln und immer wieder des "lieben Friedens" willen zurück zu stecken. Die US-Administration und die EU/BRD-Polit-"Größen" erlauben sich eine Arroganz gegenüber der restlichen Welt , die ungeheuerlich ist. Das kann nicht so weiter gehen. Es ist doch schon unaussprechlich anmaßend, was sich die nordamerikanischen Cowboys und deren Brüsseler Hütejungen gegenüber anderen Ländern, also nicht nur der RF, so heraus nehmen.
    Da waren vor einigen Jahren die Umsturzversuche in den zentralasiatischen Republiken, Georgien, Moldawien, dann kam Weißrußland dran und nun Kasachstan. Überall das gleiche Muster der sogenannte Farben- und Blumen"Revolutionen". Nun "fordert" so ein Mister Blinken (wer ist das?) Erklärungen über Entscheidungen des Kasachischen Präsidenten? Hat der noch alle beisammen? Und genauso wollen diese Nato-Schranzen mit der RF umgehen und darüber bestimmen.

  • felix

    Veröffentlicht: 11. Januar 2022 03:36 pm

    @ Bastian Radeberger
    das besonders schlechte Verhalten hat insbesondere die US Außenpolitik, schon mein Leben lang - die EU mit ihren vielen Ländern hat vieles unter einen Hut zu bringen, aber den fernen Einfluss zu verringern wird mehrheitlich angestrebt.
    Wenn jetzt Russland in die Lage kommt, über ernsthafte Fortschritte im Umkreis von Russland zu verhandeln, hat das doch nichts mit zurück stecken zu tun, sondern das ist eine Möglichkeit, friedlich und ohne menschliches Leid, etwas für eine bessere Zukunft in und um Russland und in der Welt zu tun - ich kann mir nicht vorstellen dass Sie das anders sehen.

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