Aktionäre und Investoren sollen in die Röhre schauen

Aktionäre und Investoren sollen in die Röhre schauen
 
Für den Fall, dass das Projekt „Nordstream-2“ nicht in Nutzung überführt wird, wird es keine Entschädigungszahlungen geben – so der Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland Robert Habeck.
 
 
Deutschland wird es ablehnen, Entschädigungen für den Fall zu zahlen, dass die Gasleitung „Nordstream-2“ nicht in Nutzung überführt wird und die Entscheidungsgrundlage hierfür ist, dass die Gasleitung nicht den europäischen Normen entspricht. Russische Medien zitieren Habeck aus einem Interview mit dem deutschen Journal „Spiegel“.
 
Ob die an diesem Projekt interessierten Personen, Organisationen und Firmen sich mit der Ansicht des Vizekanzlers zufriedengeben, bleibt abzuwarten.
 
Anspruch auf Entschädigung würden wohl nur die Investoren geltend machen können, die real Geld in den Bau dieser Leitung investiert haben. Zu den Investoren gehören „Engie“ aus Frankreich, „OVM“ aus Österreich, „Shell“ aus England und den Niederlanden, „Uniper“ und „DEA“ aus Deutschland.
 
Einziger Aktionär des Projektes ist „Gasprom“. Hier wäre theoretisch die Formulierung von Ansprüchen aus entgangenen Umsätzen und Gewinnen möglich. Da für die Gasmengen, die eigentlich durch diese Leitung strömen sollten, bereits andere Abnehmer in Bereitschaft stehen, bleibt abzuwarten, ob sich Gasprom den Mühen gerichtlicher Auseinandersetzungen mit Deutschland unterziehen wird.
 
Der stellvertretende Leiter der Stiftung für nationale Energiesicherheit Alexej Griwatsch kommentierte, dass Herr Habeck erst wenige Tage im Amt ist. Somit ist es verständlich, dass ihm wohl einiges an Erfahrung fehlt, um bestimmte Dinge etwas vorsichtiger zu formulieren.
 
„Sollte das Projekt unter irgendwelchen ausgedachten Gründen blockiert werden, so wird es gerichtliche Schritte geben. Einige dieser Schritte sind bereits parallel zum Prozess der Zertifizierung eingeleitet worden. Somit kann es durchaus möglich sein, dass es eine Entscheidung gibt, die Aufwendungen der Investoren zu kompensieren“, - so Griwatsch.
 
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehen alle beteiligten Seiten davon aus, dass eine Zertifizierung und somit Inbetriebnahme frühestens im zweiten Halbjahr 2022 erfolgt.
 
 
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Kommentare ( 4 )

  • felix

    Veröffentlicht: 21. Januar 2022 20:04 pm

    Herr Griwatsch hat eine Begründung für die Aussage, ich würde sagen, es hängt an den Verhandlungen mit Russland, Deutschland wartet auf das Gas und meines Wissens zahlen wir Sanktionen dafür.
    Wenn miteinander an einer möglichst guten Lösung für alle Betroffenen gearbeitet wird sollte nichts schief gehen.
    Es würde mich extrem wundern, wenn ich mich täusche.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 21. Januar 2022 20:57 pm

    Es liegt nicht daran, daß der Herr Habeck als junger Minister noch unerfahren wäre. Es geht darum, daß der Herr Habeck ein Grüner ist. Die Grünen sind ganz stramme Transatlantiker, die alles tun, was der US-Administration gefallen könnte und sie sich damit in ein gutes Licht setzen. Ich denke da auch an den Maidan 2014 in Kiew, wer da alles von den Grünen dort war und diesen Putsch jubelnd gut hießen. Natürlich, wie kann es auch anders sein, sind die Grünen ausgemachte Russenhasser.

  • felix

    Veröffentlicht: 22. Januar 2022 00:13 pm

    @ Bastian Radeberger,
    ich habe von den jungen Grünen Politiker*innen aktuell einen besseren Eindruck gewonnen, selbst ihr erster Besuch im Ausland bei ihrem US Kollegen hat für mich noch keine spürbaren Hinweise hinterlassen. Zwischen ihren US und Russland Besuchen hat sie auch fünf oder sechs EU Länder besucht und gute Kurzberichte abgegeben.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 23. Januar 2022 17:12 pm

    Herr Felix!
    Entgegen meiner vorlauten Aussage, Sie künftig zu überlesen, möchte ich mich hiermit revidieren.
    Ich bewege mich, wie eine relativ kleine Kommentatorenschar, auf diesem Portal, kann also bei bestem Willen beim Lesen anderer Beiträge, die sich auch auf die Ihren beziehen, Sie leider nicht umgehen.
    Ich war erfreut, als Sie erkennend, mit Ihrer Art keinen gebührenden Einfluß auf die Weltpolitik nehmen zu können, dem Forum fern bleiben wollten.
    Nun sind Sie, wie Phönix aus der Asche, wieder da, mit dem unveränderten Anspruch, über dieses Forum Einfluß auf die Politik Rußlands nehmen zu können.
    Ich hatte Sie des träumerischen, realitätsfernen Konjuktivs bezichtigt - das reicht aber nicht aus.
    Sie sind vermessen zu glauben, mit Ihrem ganz sicher unzureichenden Hintergrund gestandener Diplomatie beratend zur Seite stehen zu können - welch Arroganz.
    Als Kanzler*in ist Frau Merkel die Einzige, im Amt wohl die Unselbständigste.
    Und - Sie müssen mir keine Nachsicht angedeihen lassen!

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