Der Tag danach. Wie weiter nach der Nordstream-2-Schicksalsentscheidung

Der Tag danach. Wie weiter nach der Nordstream-2-Schicksalsentscheidung
 
Wenige Stunden nach dem die USA Russland und Deutschland gestattet haben, das Projekt Nordstream-2 zu Ende zu bauen und in Nutzung zu überführen, melden sich russische Politiker und Wirtschaftsverantwortliche zu Wort und kommentieren die aktuelle Situation.
 
 
Der stellvertretende Außenminister Russlands Alexander Gruschko erklärte, dass Russland den Transit von Gas durch die Ukraine nach Europa, nach Auslauf des bisherigen Transitvertrages im Jahre 2024, auf der Grundlage des Bedarfes realisieren wird, wie er in Europa real existiert.
 
So, wie die europäischen Partner von „Gasprom“ ihren Gasbedarf anmelden, so wird das Gas zukünftig auch transportiert werden. Ob der Gastransit durch die Ukraine erfolgt, legen somit die europäischen Abnehmer fest.
 
Der stellvertretende russische Außenminister kommentierte, dass die USA nicht nur anderen Staaten versuchen ihre Bedingungen zu diktieren, sondern sogar ihre Partner zwingen, dass zu tun, was für die USA von Vorteil ist, ohne dass sie dabei ihre eigenen Interessen berücksichtigen dürfen.
 
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa kommentierte, dass alle Anstrengungen der USA, dieses Projekt zu verhindern, alle Druckausübung durch die USA nicht zum Ziel geführt haben. Die Handlungen der USA können an der Realität nichts mehr ändern.
 
Maria Sacharowa kritisierte die von den USA immer wieder wiederholten Stereotypen, dass Russland die Energiepolitik als Waffe gegen andere Staaten nutzt. Niemals in der Geschichte des Landes ist dies geschehen, trotzdem versuchen westliche Politiker immer wieder dieses Schreckgespenst heraufzubeschwören, um die Entwicklung des Energienetzes zu behindern.
 
Der russische Botschafter in Deutschland Sergej Natschajew kritisierte den Ton in der Vereinbarung zwischen der BRD und der USA zur Gasleitung. Er zeigte sich äußerst verwundert über die Tonlage in dieser Vereinbarung, in der von russischen Aggressionen und destruktiver Tätigkeit Russlands gesprochen wird. Auch der Botschafter unterstrich, dass es in der gesamten Geschichte Russlands niemals einen Moment gegeben habe, wo das Land Energieträger als politisches Druckmittel oder als „Waffe“ genutzt habe. Er erinnerte daran, dass Russland nicht das Land ist, dem man Bedingungen diktiert. Russland wird seine Interessen souverän umsetzen.
 
Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten erklärte, dass Russland sich mit einigen Passagen der deutsch-amerikanischen Vereinbarung nicht einverstanden erklären kann. Man werde sich gegen die Formulierung über die schädliche Tätigkeit Russlands zur Wehr setzen. Weder gegenüber der Ukraine noch gegenüber anderen, außerhalb der Ukraine, hat Russland eine schädliche Tätigkeit ausgeübt. Er erinnerte an die Worte des Präsidenten Putin, dass Russland niemals in seiner Geschichte, Energiepolitik als Waffe zur Durchsetzung irgendwelcher Interessen eingesetzt habe.
 
Zur Vereinbarung hat sich auch der Chef von „Gasprom“ geäußert. Der Gastransit durch die Ukraine nach dem Jahre 2024 hängt von den wirtschaftlichen Bedingungen ab. „Gasprom“ ist bereit, den Transitvertrag mit der Ukraine zu verlängern und sogar die Mengen zu erhöhen, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen dies erfordern und der technische Zustand des ukrainischen Gasnetzes dies zulassen – so Alexej Miller. Er erinnerte daran, dass die neue Gasleitung Nordstream-2 die CO2-Emissionen erheblich verringert. Der Ausstoß ist um das 5,6fache niedriger, als bei dem Gastransport durch die Ukraine.
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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 29. Juli 2021 13:46 pm

    " ... und der technische Zustand des ukrainischen Gasnetzes dies zulassen ..."
    Wer diese Leitung schon so alles übernehmen sollte ... Als aber damals, vor vielen Jahren bereits Gasprom anbot, die Leitung zu kaufen und zu erneuern, da kam doch ein klares ukrainisches - Njet !! - . Nun wird sich wohl niemand finden, der diesen Schrotthaufen zu den Kiewer Preis- und anderen Vorstellungen kauft und sich auch noch deren Staatsroute auf den Hintern bindet. So wird diese einstmals stolze Pipeline der Völkerverständigung und partnerschaftlichen wirtschaftlichen Zusammenarbeit ein verdammt unrühmliches rostiges Ende finden.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. Juli 2021 16:14

      ... tja, da kann man wohl nicht widersprechen.

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