Handelsblatt: Korrektur der Schmerzliste gegen Russland

Handelsblatt: Korrektur der Schmerzliste gegen Russland
 
Die USA haben sich entschlossen, für den Fall, dass Russland in die Ukraine einmarschieren sollte, die Liste aus 18 schmerzhaften Sanktionen, die gegen Russland verhängt werden können, auf 17 Schmerzpunkte abzusenken.
 
 
Am Montag informierte die deutsche Zeitung „Handelsblatt“, dass die USA, gemeinsam mit ihren Verbündeten, die Abschaltung des internationalen Zahlungssystems SWIFT für Russland nicht mehr in Erwägung ziehen. Das Druckmittel bleibe weiter in der Liste, werde aber nicht angewandt – kommentierte der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates der amerikanischen Regierung die Veröffentlichung der Zeitung.
 
Geplant war der Ausschluss Russlands aus dem weltweiten Finanzüberweisungssystem. Wie so oft, seit 2014, als der Ausschluss Russlands aus diesem System erstmals auf die Tagesordnung gesetzt wurde, haben die kühleren Köpfe in der westlichen Solidargemeinschaft die Oberhand behalten und überzeugt, dass es auch zu erheblichen Schäden für die internationale Finanztätigkeit kommen wird. Wer den größeren Schaden hierbei trägt, ist dabei völlig offen.
 
Als Alternative bereite man nun gezielte Maßnahmen gegen große russische Banken vor.
 
Der Leiter des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft Oliver Hermes erklärte, dass die Abschaltung Russlands vom SWIFT, Russland zu einem stärkeren Ausbau der Beziehungen zu China bringen wird.
 
Der zukünftige Vorsitzende der CDU Friedrich Merz erklärte, dass die Abschaltung des SWIFT-Systems für Russland nur vergleichbar wäre mit der Explosion einer Atombombe im Finanzsektor. Der Schaden für Deutschland, als große Exportnation, wäre groß.
 
Andere russische Quellen bedauern, dass es nicht zu einer Abschaltung von SWIFT kommt. Man warte schon lange darauf, um sein eigenes System in Kraft zu setzen. Nach vermutlichen ersten Anlaufschwierigkeiten, wird es dann zukünftig ein ernsthaftes Konkurrenzsystem zum US-kontrollierten belgischen Zahlungssystem SWIFT werden.
 
Der stellvertretende Leiter des Wirtschaftsausschusses des russischen Föderationsrates, der Oberkammer der Duma, Iwan Abramow kommentierte, dass Sanktionen gegen große russische Banken ebenfalls dem Westen schaden, denn häufig befindet sich großes westliches Kapital in diesen Banken. Wenn man glaubt, dass der russische Bankensektor eine Schwachstelle in Russland ist, so sollten sich die Sanktions-Fans nicht zu früh freuen, denn Russland verfügt über Alternativen.

 

Reklame

Kommentare ( 3 )

  • felix

    Veröffentlicht: 19. Januar 2022 19:43 pm

    Manche Länder unserer Welt wären in der Lage unsere gemeinsame Welt zu zerstören, verhindern kann man das auch, mit mehr Miteinander und mehr guter Zusammenarbeit - die Mehrheit der Menschen will das auch, leider noch nicht so viele Regierungen.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 21. Januar 2022 04:20 pm

    Und nun? Nun ist die RF zufrieden, weil der Hofhund gesagt hat, daß er diesmal nicht beißt?
    Wie wäre denn, daß die drei Hauptländer RF, China und Iran mit den kleineren im Schlepp drumrum diese Swift-Alternativen kompatibel machen und parallel zu Swift einsetzen. Was nicht auf Dollar-Basis und nicht über Swift passiert, da haben die USA keine Macht und kein Wissen darüber. Durch die fehlenden USD-Zahlungen gehen den USA viele Gelder und viel strategisches Wissen verloren, was sie wohl als Ausgleich für ihre Sanktionen gegen die RF und andere Länder brauchten.

  • felix

    Veröffentlicht: 21. Januar 2022 16:35 pm

    Jetzt geht es ums verhandeln für eine bessere Zukunft mit mehr Miteinander.
    Kein Hofhund behält ewig seine Zähne, manche haben Wölfe.
    Man kann alles machen, aber ein neues abgegrenztes "Swift" macht vielleicht, für mich wahrscheinlich, mehr Probleme bei weniger Einnahmen ?

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung