Krebsgeschwür beseitigt, Lebenserwartung ewig – Russisches Bankensystem

Krebsgeschwür beseitigt, Lebenserwartung ewig – Russisches Bankensystem

 

Es wird langsam Zeit Bilanz im Bankendisziplinierungsprozess zu ziehen. Seit Mitte 2013 hält Elvira Nabiullina, die Eiserne Lady im russischen Finanzsystem, die Fäden fest in den Händen und gibt Banken gnadenlos den Todesstoß, wenn diese sich nicht an Gesetze und Spielregeln halten.

 

 

Die Probleme im russischen Bankensystem kann man mit einem Krebsgeschwür vergleichen. Es muss entfernt werden, damit der Gesamtorganismus überleben kann – so kommentierte die Erste Stellvertreterin der Zentralbank Xenia Judajewa/Ксения Юдаева die hunderte von Lizenzentzügen in den letzten sechs Jahren.

 

Die wesentlichsten Gründe für die Lizenzentzüge waren ein uneffektives Management der Banken, und eine zu große Konzentrierung der Banken auf die Interessen der Besitzer der Banken, die mit dem Geld der Anleger ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgten und dabei eine verfehlte Sicherheitspolitik zur Absicherung von Krediten durchführten. Auftretende Probleme wurden bewusst vertuscht, um weitere wirtschaftliche Aktivitäten der Besitzer der Bank nicht zu gefährden.

Weiterhin kritisierte die Stellvertreterin die Arbeit der Banken mit Valutakrediten. Hier gibt es besondere Risiken, die die Banken natürlich auf die Kreditnehmer abwälzen. Aber die Kreditnehmer erkennen die Risiken nicht und geraten letztlich in eine äußerst schwierige Finanzlage. Hier meinte die Stellvertretende Zentralbankchefin sicherlich das Kursrisiko, welches die Kreditbelastung des Kreditnehmers ganz schnell verdoppeln kann – bei entsprechender Entwicklung – so wie in Russland in den letzten Jahren geschehen.

Die Zentralbank geht davon aus, dass sie im Jahre 2020 den Disziplinierungsprozess abschließen wird. Bereits im aktuellen Jahr haben bis zum 1. Oktober nur 20 Banken die Lizenz verloren. Bis zum Jahresende könnten, rein analytisch gesehen, noch weiteren fünf Banken die Lizenz entzogen werden. 

 

 

Gegenwärtig arbeiten in Russland noch 731 Banken im Einlagensicherungssystem. Anleger, die einer Bank nur eine Summe bis zu 1,4 Mio. Rubel anvertrauen, haben nichts zu befürchten, denn im Falle eines Lizenzentzuges, werden ihnen ihre Einlagen bis zu dieser Höhe, inclusive Verzinsung erstattet. Anleger in Valuta erhalten ihre Gelder in Rubel, zum Kurs der Zentralbank am Tag des Lizenzentzuges, ausbezahlt.

 

 

Die Ausbezahlung der Guthaben erfolgt sehr schnell und völlig bürokratiefrei. Einzig notwendiges Dokument ist der Pass, der ausreicht, seine Gelder erstattet zu bekommen.

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