Oben ist teuer. Unten ist billig. Russische Immobilien in der Diskussion

Oben ist teuer. Unten ist billig. Russische Immobilien in der Diskussion
 
In Russland gibt es viele Modelle, eine Immobilie zu verkaufen oder zu kaufen. Es gibt gesetzliche und ungesetzliche Methoden. Es gibt steuerbegünstigte oder besteuerte Varianten. Nicht allen Russen, geschweige denn Ausländern, sind alle Möglichkeiten bekannt.
 
 
In Moskau hat sich eine relativ neue Variante des Immobilienkaufs und -verkaufs noch nicht so durchgesetzt, wie sich die Maklerfirmen dies gerne vorstellen. Man schlägt interessierten Käufern einer Immobilie das Modell „Alt gegen Neu“ vor.
 
Zusammengefasst sieht dieses Modell vor, dass sich der Käufer einer Immobilie seine Traumimmobilie auf dem Neubaumarkt aussucht. Die Makler haben natürlich entsprechende Vorschläge, da sie die Zusammenarbeit mit den Baufirmen organisieren, denn das Modell „Alt gegen Neu“ funktioniert nur, wenn es eine vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit zwischen Baufirma und Makler gibt.
 
Für den Kunden wird also seine Traumimmobilie fest reserviert. Bezahlt wird mit der alten Wohnung, natürlich mit Zuzahlung. Die Maklerfirma verpflichtet sich gegenüber dem Kunden, dessen alte Wohnung bis zur Fertigstellung der Neubauwohnung zu marktüblichen Preisen zu verkaufen. Der Auszug aus der alten und der Einzug in die neue Wohnung erfolgt gut abgestimmt.
 
Bisher bestand für einen Immobilienkäufer immer das Problem des koordinierten Verkaufes seiner alten Wohnung und den Umzug in die neue Wohnung. In die neue Wohnung zog er erst dann ein, wenn die Kaufsumme komplett bezahlt war. Dafür war es notwendig, zum idealen Zeitpunkt die alte Wohnung zu verkaufen. Im ungünstigsten Fall verkaufte man die Wohnung zu früh und stand dann auf der Straße, weil die neue Wohnung noch nicht bezugsfertig war. Verkaufte man die alte Wohnung zu spät, konnte man die neue Wohnung nicht bezahlen und die Baufirma verkaufte problemlos die Wohnung an einen anderen Kunden, zu einem nun schon wesentlich höheren Preis.
 
Nicht alle Moskauer – so klagen die Maklerfirmen – haben bisher den Vorteil des Modells „Alt gegen Neu“ erkannt. Sie befürchten, dass sie Geld verlieren und die Maklerfirma die Altwohnung zu Preisen verkauft, die 15-20 Prozent unter dem marktüblichen Preisen liegen.
 
Im Jahre 2019 haben nur 20 Prozent aller Immobilienkäufer in Moskau das vorgeschlagene Modell genutzt.
 
Ein weiteres interessantes Phänomen in Moskau ist, dass Wohnungen, die in der ersten Etage angeboten werden (in Deutschland ist dies Parterre) oftmals um zehn Prozent und mehr preiswerter sind, als Wohnungen in den oberen (normalen) Etagen. Es gab Zeiten, da waren Wohnungen in der ersten Etage unerschwinglich teuer, weil häufig diese Wohnungen in kommerzielle Objekte umgewandelt worden, um hier Verkaufs- oder Serviceeinrichtungen unterzubringen. Die Zeiten ändern sich also in Russland – auch im Immobilienbereich.
 
Ausländer, die sich für Immobilien in Russland interessieren und weder über Sprachkenntnisse noch Kenntnisse von Land, Leuten und Gesetzen verfügen, sollten sich entweder eine wirkliche Vertrauensperson suchen oder aber lieber ihr Geld dort einsetzen, wo sie auch die Kontrolle über Geld und Immobilie selber ausüben können.
Reklame

Kommentare ( 0 )

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung