Polen schaut bald in die leere Röhre

Polen schaut bald in die leere Röhre

 

Viele in Polen, Russland und der Europäischen Union sind sich in der Beurteilung der Situation einig: Russland wird kein Gas mehr im Transit durch Polen nach Westeuropa liefern.

 

 

Über die Gründe, weshalb Gasprom den am 18. Mai 2020 auslaufenden Transit-Gas-Vertrag mit Polen nicht erneuern will, kann jeder selber spekulieren. Wer dabei die gegenwärtige polnische Politik gegenüber Russland in diese Überlegungen mit einbezieht, wird sicherlich schnell zu einer Meinung kommen.

 

 

Gegenwärtig macht sich niemand in Europa darüber große Sorgen, dass eine der ältesten Transitröhren für russisches Gas nach Europa nur noch warme Luft beinhalten wird, denn die Gasspeicher in Europa sind übervoll. Zum einen haben sich die Gasversorger für den Fall aller Fälle schon vor vielen Monaten abgesichert, zum anderen wurde, bedingt durch den äußerst milden Winter, erheblich weniger Gas verbraucht, als in der Vergangenheit. Dies führte zu dem Zustand, dass die Lager bis an die Decke gefüllt sind – gut für den Verbraucher, denn die Preise dürften damit unter Druck geraten, d.h. fallen.

Es ist aber nicht zu befürchten, dass die Lager in Europa durch die fehlenden Gaslieferungen durch Polen leer werden, denn das Logistiksystem für Gaslieferungen ist in Europa derart organisiert, dass es viele Varianten gibt, wie gutes, preiswertes russisches Gas in die europäischen Haushalte kommt. Hierzu gehören die Nordstream-1, die neue Gasleitung Türkenlinie und die Röhren, die durch die Ukraine führen. In ein paar Monaten kommt dann noch Nordstream-2 hinzu, deren abschließenden Bau die USA jetzt auf den letzten Kilometern erfolgreich verzögert haben.

Fakt ist, dass Russland bisher kein neues Vertragsangebot an Polen für den Gastransit geschickt hat. In Polen ist der Chef der polnischen staatlichen Gasfirma PGNiG der Ansicht, dass Russland auch keinen Vertrag schicken wird. Somit wird wohl Polen auf russische Transitgelder im polnischen Haushalt verzichten müssen. Damit reiht sich Polen in die Reihe anderer Länder ein, die bereits auf russische Transitgelder verzichten müssen – als Ergebnis einer Politik, die Politik vor wirtschaftliche Interessen stellt. Gemeint sind die baltischen Staaten, die zu spät bemerkt haben, dass Russland seinen Warentransit über die Länder erheblich eingeschränkt hat und vermutlich vollständig einstellen wird. Diese Länder leben aber zum großen Teil von diesen russischen Transitgeldern.

Aber der europäische Steuerzahler, allen voran der deutsche Steuerzahler, wird hier sicherlich aushelfen, um die unvernünftigen nachbarschaftlichen Handlungen Polens und der baltischen Staaten aus EU-Finanztöpfen zu subventionieren.

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