Premierminister will private Bauanteilsinvestitionen abschaffen

Premierminister will private Bauanteilsinvestitionen abschaffen

 

Der russische Premierminister Dmitri Medwedjew möchte die sogenannten Bauanteilsinvestitionen abschaffen – ein Übel, welches nur in Russland existiert und sehr viele Menschen in privates Elend gestürzt hat, anstelle deren Wohnungsprobleme zu lösen.

 

 

In Russland gibt es so gut wie keine Baufirmen, die über ausreichend Eigenkapital verfügen, um Wohnhäuser zu errichten. Deshalb ist es Praxis, dass Bauanteile bereits verkauft werden, obwohl noch nicht einmal die Planungsdokumente unterzeichnet sind. Je eher sich ein Käufer für den Kauf einer Wohnung entscheidet, um so billiger ist der Quadratmeter. Und bezahlt er die gesamte Kaufsumme für die geplante Immobilie im voraus, so ist der Preis noch niedriger.

Aber der Käufer geht damit ein großes Risiko ein, denn nicht immer arbeiten die russischen Baufirmen ehrlich, professionell und zeitgerecht. Somit passiert es in Russland häufig, dass Häuser nicht fertiggestellt werden, weil sich die Baufirma mit anderen Objekten übernommen hat. Oder fertiggestellte Häuser werden durch die staatliche Baukommission nicht abgenommen, weil es Baumängel gibt oder die Baufirma einfach ein paar Etagen mehr gebaut hat, als die Baugenehmigung vorsah. Auch gibt es die Gefahr, dass Wohnungen mehrfach verkauft werden.

So gab es in der Vergangenheit in Russland zehntausende von Bürgern, die auf diese Art und Weise betrogen worden sind. Mit großem organisatorischem und finanziellem Aufwand hat Russland in den letzten Jahren begonnen, hier Ordnung zu schaffen.

Jetzt hat jede Baufirma ihre Baustelle zu versichern, was natürlich die Baukosten in die Höhe treibt. Die von den Kunden eingezahlten Gelder befinden sich auf einem Verwahrkonto und können erst abberufen werden, wenn die Immobilie fertiggestellt, durch die Abnahmekommission abgenommen und in Nutzung überführt wurde. Dadurch ist die Baufirma gezwungen, Kredite aufzunehmen, um den Bau zu realisieren. Und diese Kredite wirken sich natürlich wiederum auf die Baukosten aus.

Der russische Premier will damit nun endgültig aufräumen und internationales Niveau in das Baugeschehen in Russland einführen. Die Mitte des Jahres in Kraft getretenen neuen Regelungen zeigen, dass die Baufirmen immer wieder Möglichkeiten finden, Gesetze zu umgehen. Häufig ist es so, dass Baufirmen von den Banken keine Kredite zu annehmbaren Bedingungen bekommen und somit nach Auswegen aus der Situation suchen. Somit bleibt nur, diese Art des Bauens generell zu verbieten – so der russische Premier.

 

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