Russische Banken kopieren europäische Banken

Russische Banken kopieren europäische Banken

 

Der Deutsche hat sich längst daran gewöhnt, dass er mit Geld kein Geld verdient. Seit einem Jahr wird sogar darüber gesprochen, sogenannten Negativzins einzuführen. Einige Banken in Deutschland sprechen nicht darüber, sondern handeln bereits. Und Russland will sich anschließen.

Eigentlich dürften die Banken schon gar nicht mehr die Bezeichnung Bank tragen. Wenn all die Gerüchte stimmen, die gegenwärtig durch die Finanzwelt in der Welt schwirren, so werden wohl fast alle Banken in Deutschland zum 1. Januar auch für die Privatkunden einen Negativzins einführen. Gegenwärtig ist noch unklar, wie hoch dieser Negativzins sein wird und ob es Freibeträge für die weniger Reichen gibt. Mit der Einführung des Negativzinses ändert sich somit der Charakter der Arbeit der Bank und die Banken sind nicht mehr und nicht weniger als Lager für Geld-Druck-Erzeugnisse für die derjenige, der dort Geld lagert, eben Miete bezahlen muss. Miete hört sich aber für einen hochqualifizierten Banker eher primitiv an und so bezeichnet man die Miete eben als Negativzins – das hat so etwas Positives an sich.

Und wer den russischen Finanzsektor ein wenig beobachtet, wird festgestellt haben, dass auch die Zinsen für Valutaanlagen in den letzten Monaten drastisch rückläufig waren. Konnte man zu Anfang des Jahres noch Euro- oder Dollaranlagen mit einer Verzinsung von einem Prozent abschließen, so sind wir jetzt häufig schon im Null-Komma-Bereich … fast hätte ich gesagt „Null-Koma-Bereich.

 

 

Nun haben aber führende Banken in Russland die Zentralbank gebeten, ebenfalls Negativzinsen für Valutakonten einführen zu dürfen. Gegenwärtig gestattet die russische Gesetzgebung keine Negativzinsen und erste Stellungnahmen besagen, dass sich die Zentralbank nicht abgeneigt zeigt, aber darauf verweist, dass umfangreiche Änderungen in der Gesetzgebung vorgenommen werden müssen.

Auch das russische Finanzministerium hat sich bereits zustimmend zu den Negativzinsen geäußert – wohl aber mehr aus politischen Gründen, denn ein stellvertretender Minister kommentierte, dass man alles tun sollte, um dem Dollar in Russland wenig Platz zu geben. Die russische Wirtschaft sollte weitestgehend dollarbefreit werden.

Bis es zu diesen neuen Gesetzen kommt, vergehen noch viele Monate, denn die Zentralbank will sich erst davon überzeugen, ob es wirklich notwendig ist, derartige Strafzinsen einzuführen. Und wenn sich die Bank überzeugt hat, dann beginnt die Überarbeitung der Gesetzgebung und ehe diese beschlossen wird, vergehen nochmals Monate. Man kann wohl davon ausgehen, dass der Valutaanleger noch mindestens ein Jahr Zeit hat, bevor er auch in Russland zur Kasse gebeten wird.

Aber einige russische Banken haben bereits zur Selbsthilfe gegriffen. Für sie ist die Arbeit mit Valuta nicht mehr von Interesse, deshalb nehmen sie einfach keine Valuta mehr an und vermeiden Verluste.

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