Russische Staatsunternehmen werden aus der Schattenzone geführt

Russische Staatsunternehmen werden aus der Schattenzone geführt

 

Russland wird seine Staatsunternehmen aus der sogenannten Grauzone im Rahmen der öffentlichen internationalen Rechenschaftslegung zu den Ergebnissen der wirtschaftlichen Tätigkeit herausführen und somit den internationalen Standards anpassen.

 

 

Ausländische Investoren, die in den 90er Jahren nach Russland kamen, um hier entweder eine eigene Firma zu gründen oder um an einem Gemeinschaftsunternehmen teilnehmen zu wollen, hatten es nicht einfach, sich zu den Ergebnissen der Arbeit kundig zu machen, zu erfahren, ob die Firma mit Gewinn oder Verlust arbeitet. Russland hatte seine eigene russische Buchhaltung und die dazugehörigen Gesetze, die sich von den damals schon üblichen internationalen Standards grundlegend unterschieden und auch keine Vergleichsmöglichkeiten zwischen beiden Standards zuließen.

Somit waren die Buchhaltungen dieser Firmen gezwungen, zwei Buchhaltungen zu führen – also eine Doppelbelastung, die in vielen Fällen auch von der russischen Gesetzgebung nicht toleriert wurde und somit inoffiziell organisiert werden musste.

Dazu kam, dass es in vielen Firmen noch eine dritte, eine schwarze Buchhaltung gab. Für ausländische Investoren somit eine grauenhafte Zeit der Ungewissheit und des Unverständnisses. Dazu kamen natürlich noch fehlende Sprachkenntnisse und fehlende Fachübersetzungen von Buchhaltungsbegriffen.

Russland hat aber in den letzten Jahren seine Buchhaltung internationalen Standards angepasst und geht nun einen weiteren Schritt.

Wie das russische Informationsportal RBK unter Bezugnahme auf den Pressedienst des Finanzministeriums informiert, wird bereits im Jahre 2020 eine staatliche buchhalterische Informationsbasis für Staatsunternehmen und Unternehmen mit staatlicher Beteiligung geschaffen. Das Informationssystem wird schrittweise aufgebaut und bis zum Jahre 2023 vollständig arbeitsbereit und auskunftsfähig sein. Erstmals wird dann die wirtschaftliche und finanzielle Tätigkeit der genannten Unternehmen für das Jahr 2022 veröffentlicht und für alle verständlich sein.

Betreuer dieser Informationsplattform wird der russische föderale Steuerdienst sein.

Damit reagiert Russland auf Forderungen des Internationalen Währungsfonds, welches diese Offenlegung der Tätigkeit staatlicher Unternehmen seit 2014 fordert.

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