Scheinheilige westliche Wertewelt – oder Westkorruption in Russland

Scheinheilige westliche Wertewelt – oder Westkorruption in Russland
 
Spricht man in den westlichen zivilisierten Demokratien über Russland, ist, egal mit wem man spricht, das Argument, dass Russland korrupt ist, immer eines der ersten „Totschlag-Argumente“ um Russland in die Ecke zu stellen, wo es nach Ansicht westlicher Demokraten hingehört.
 
 
Wir wissen nun aber, dass zum Thema Korruption, zum Thema Bestechung, immer zwei dazugehören. Deshalb hat Russland in seiner Strafgesetzgebung auch zwei Paragraphen: Einer bestraft diejenigen, die Bestechungsgelder zahlen, ein weiterer Paragraph bestraft diejenigen, die Bestechungsgelder annehmen.
 
Grafik: Entwicklung Korruption in Russland
 
Nun informieren russische Medien, dass in Moskau ein leitender Mitarbeiter eines Naturwissenschaftlichen Forschungsinstitutes wegen Bestechlichkeit verhaftet worden ist.
 
Bestochen wurde der Mitarbeiter durch eine ausländische Firma, also einer Firma, die vermutlich in ihrem Heimatland lautstark sich über die Korruption und schwierigen Arbeitsbedingungen in Russland beschwert, im Gastland aber aktiv daran teilnimmt, dass die Korruption nicht rückläufig ist.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Traum in der Hand“
 
Die Untersuchungen zu dieser Angelegenheit werden durch das russische Untersuchungskomitee geführt. Um welche ausländische Firma und um welchen konkreten leitenden Mitarbeiter es sich handelt, verschweigen in diesem Fall die Ermittlungsorgane – ein etwas ungewöhnliches Verhalten, denn in vielen anderen Beispielen wird mit Name und Adresse gearbeitet.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Der Idiot“
 
Die ausländische Firma bemühte sich mehrmals in Russland um den Erhalt eines Zertifikates für ihre Erzeugnisse, um diese in Russland verkaufen zu können. Mehrmals erhielt sie eine Absage und versuchte, nun mit der Zahlung von 200.000 Rubeln, dem Zertifizierungsprozess eine andere Richtung zu geben.
 
Allerdings gibt es hierbei noch eine kleine Nuance. Das Institut, welches mit der Vergabe dieser Zertifikate beauftragt ist, hat auch die Eigenschaften der Geräte zu kontrollieren. Hierbei wurden einige Mängel festgestellt und die Firma wurde aufgefordert, diese Mängel zu beseitigen. Danach bekäme sie das Zertifikat. Die Firma wollte aber das Zertifikat vor der Beseitigung der Mängel und war bereit, hierfür ihre westlichen Moralvorstellungen zu vergessen und in das weiteren Negativimage Russlands, als eines der korruptesten Länder der Welt, 200.000 Rubel zu investieren.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Iwan Wassiljewitsch wechselt den Beruf“
 
Am 16. Juli wurden durch die Ermittlungsbehörden 15 Haussuchungen vorgenommen. Beschlagnahmt wurden Finanzdokumente, PC-Technik und Mobiltelefone. Es gelang, alle notwendigen Beweise zu sichern.
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Kommentare ( 5 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 20. Juli 2020 02:05 pm

    200.000 russische Rubelchen wollten die "Geschäftsleute" aus dem Westen spendieren? Wirklich? Das sind ja nicht einmal 3.000 Euro? Das sind doch keine Geschäftsleute. Das sind doch absolut arrogante Napsülzen. Die sind doch, abgesehen von der ganzen Aktion, im Grunde genommen eine ganze Potion dämliche Straßenkriminelle.
    Was bilden sich diese Leute ein, daß sie aus den "Wertungen" der werte-westlichen Politiker und des Mainstream die Realitäten in russischen Landen ablesen können?
    Die russischen Behörden sollen diese Typen so schnell wie möglich des Landes verweisen und keinerlei weitere geschäftliche Tätigkeiten im Land untersagen. Aber bitte nicht vergessen, diesen Vorgang mit Name und Hausnummer im Westen bekannt machen, damit die geschaßten Kriminellen sich kein Märchen ausdenken können und die russische Seite dann - nur - wieder reagieren kann.
    Es sollte sich doch jeder potentielle und gewillte Korrumpel ausrechnen können, was ihn erwartet, wenn er dabei erwischt wird.

  • Vladimir Rudyh

    Veröffentlicht: 20. Juli 2020 10:46 pm

    Wenn mir ein Bestechungsgeld angeboten wird, das unter meinem offiziellen Jahresgehalt liegt, werde ich es als Demütigung betrachten und versuchen, es zu rächen. Dies sind Geschäftsbräuche.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 20. Juli 2020 11:50

      ... ich weiß nicht, in welchen Kreisen Sie verkehren. Hier, auf meinem Portal ist alles kostenlos (mit Ausnahme kommerzieller Reklame) und Tarife zu persönlichen Vorstellungen von Schmiergeldzahlungen werden auch nicht diskutiert.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 20. Juli 2020 11:57 pm

    Vladimir ist eben noch ein Vertreter der alten Schule, oder?
    Ich denke aber, er hat es sarkastisch gemeint.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 20. Juli 2020 12:04

      ... möglich, aber sicher bin ich mir nicht. Er hat bisher vier Kommentare eingestellt, davon nur einen, der bei mir keine "Emotionen" ausgelöst hat.

  • Vladimir Rudyh

    Veröffentlicht: 20. Juli 2020 15:02 pm

    Es ist klar, dass Korruption in Russland nicht erfunden wurde. Die Toleranz gegenüber Korruption in der russischen Gesellschaft ist jedoch sehr loyal, insbesondere in staatlichen Strukturen und in staatlichen Unternehmen. Sehr oft höre ich auf die Frage, warum eine Schätzung für eine bestimmte im Bau befindliche Einrichtung für den Staat oder für eine Stadtverwaltung so teuer ist, eine aussagekräftige Antwort: "Nun, Du verstehst ... Du wurdest heute nicht geboren ...". Korruptionsschemata können sehr komplex sein und viele Menschen einbeziehen, die Korruption eigentlich nicht mögen. Aufgrund von Manipulationen und Drohungen sowie eines gewissen materiellen Trostes begehen solche Menschen unehrliche Handlungen. Es ist sehr schwierig, gegen das System vorzugehen, gegen all die vielen Menschen, mit denen man zusammen arbeitet ...

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 20. Juli 2020 19:27 pm

    Vladimir, das ist zwar eine seit Generationen bekannte Erscheinung in der nicht nur russischen Gesellschaft. War doch bereits in der Zarenzeit in diesem Riesenreich gängige Praxis. Nun versucht man seit mehreren Jahren, dieser Schmiergeldmacht den Boden zu entziehen. Ist natürlich verdammt schwer. Aber wir brauchen doch gar nicht mit dem nackten Finger auf Rußland zeigen. Bleiben wir mit allen Vorwürfen im eigenen Land und schauen uns hier um. Nun ja, etwas denken muß man schon dabei, denn durch die mehr oder weniger beteiligten Politiker, Beamten, andere Personen des öffentlichen Lebens und vor allem des stets und überall zu Lügen, Verdrehungen, Erfindungen oder Verkürzung von Nachrichten neigenden Mainstream werden doch die Erscheinungen der Korruption klein geredet oder geleugnet oder aufgebauscht, je nach Wunsch bestimmter politischer Gruppen. Haben Sie sich mal darüber Gedanken gemacht, warum so viele vom BT beschlossene Gesetze vom BVG wieder gekippt werden. Wer profitiert davon?

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