Starker Rückgang der russischen Gaslieferungen nach Europa

Starker Rückgang der russischen Gaslieferungen nach Europa

Seit Anfang des Jahres ist es zu einem außerordentlich starken Rückgang von russischen Gaslieferungen nach Europa gekommen. Der Grund ist klar.

 

 

Selbst unter Beachtung, dass am 1. Januar die neue Gasleitung Türkenlinie in Betrieb genommen wurde, durch welche Gas in die Türkei, nach Bulgarien, Griechenland und andere europäische Länder strömt, ist in der Gesamtmenge 20 Prozent weniger Gas geliefert worden.

Grund ist das außerordentlich milde Wetter in Europa und somit auch der verminderte Gasverbrauch.

Am meisten betroffen von den verminderten Lieferungen sind die Transitleitungen, die durch die Ukraine führen. Während noch im Durchschnitt im Dezember 261 Mio. Kubikmeter täglich durch die Leitungen strömten, verzeichnete man am 7. Januar nur noch 91 Mio. Kubikmeter.

Der zum Jahresende unterschriebene neue Transitvertrag mit der Ukraine sieht allerdings vor, dass für den Transit von Gas eine fixierte Mindestsumme bezahlt werden muss. Diese Menge beläuft sich auf 180 Mio. Kubikmeter. Dies bedeutet, das Gasprom rund 90 Mio. Kubikmeter Transitgebühren bezahlt, die aber in Wirklichkeit nicht geflossen sind.

Die Gasleitung, welche durch Weißrussland nach Europa führt, wurde mit 24 Prozent weniger ausgelastet und lieferte nur noch 70 Mio. Kubikmeter. Hier gibt es allerdings Nachdenklichkeiten in der Richtung, dass diese Leitung immer vollständig ausgelastet war, so auch zu Zeiten, wo der Winter ähnlich liberal war, wie in diesem Jahr.

Die Gasleitung Nordstream liefert im normalen Umfang – ein Prozent mehr, als im sonstigen Durchschnitt, also 173 Mio. Kubikmeter.

Die neu gestartete Türkenlinie hat eine Kapazität von 85 Mio. Kubikmeter. Bulgarische Quellen informieren, dass die Leitung mit weniger als 50 Prozent ausgelastet ist.

„Gasprom“ kommentiert, dass dieser starke Rückgang nicht nur mit den gegenwärtigen Wetterbedingungen erklärt werden kann. In Europa wurden sehr große Vorräte an Gas angelegt. Mit Stichtag 6. Januar lagerten in den diversen europäischen Lagern mehr als 88 Milliarden Kubikmeter. Nun will man diese großen Vorräte abbauen, da der Preis für Gas gegenwärtig fällt und eine weitere Lagerung einfach zu teuer ist.

Russische Medien kommentieren, dass bereits im Jahre 2019 der Export von russischem Gas nach Europa rückläufig war. Sollte die jetzige Situation anhalten, wird es auch im aktuellen Jahr zu einem weiteren Rückgang kommen. 2019 hatte Russland rund 200 Milliarden Kubikmeter Gas Richtung Europa geliefert.

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